Ergebnisse: Insektenschonendes Mähen

Ergebnisse: Insektenschonendes Mähen

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Lesezeit: 10 min.

Die Erhaltung unserer natürlichen Umwelt ist entscheidend, um eine nachhaltige Landwirtschaft zu gewährleisten. Sogar Naturschutzgebiete erfordern regelmäßiges Mähen, um die Artenvielfalt von Flora und Fauna zu bewahren. In diesem Kontext setzen Landwirte auf den richtigen Zeitpunkt und geeignete Mähtechniken, um die Insektenwelt zu schonen.

Die Bedeutung von Insekten

Oberösterreich ist in der Rinderhaltung und Milchproduktion Bundesland Nummer 1 und das Grünland ist die zentrale Futterbasis dafür. Diese Flächen sind nicht nur essenziell für die Produktion hochwertiger Lebensmittel, sondern auch als Lebensraum für Insekten unverzichtbar.

„Daher ist es unser erklärtes Ziel, eine nachhaltige Grünlandbewirtschaftung sicherzustellen und gleichzeitig die Insektenvielfalt zu schützen.“

Landesrätin-Michaela Langer-Weninger

Insekten machen etwa drei Viertel aller Tierarten in Österreich aus und spielen eine Schlüsselrolle in der biologischen Vielfalt. Sie sind essenziell für die Bestäubung von Blüten und dienen als Nahrung für Vögel. Daher ist es von großer Bedeutung, die Insektenvielfalt zu schützen.

„Das Projekt hilft mit, dass es bei der Bewirtschaftung von Wiesen zu möglichst geringen Auswirkungen auf die Insektenpopulation kommt. Wenn wir die Insekten schützen, schützen wir unsere Lebensgrundlagen.“

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig

Erkenntnisse aus der Studie

In dem vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BML) finanzierten Projekt untersuchte eine Expertengruppe von Maschinenring, Landwirtschaftskammer, AGES, HBLFA Francisco Josephinum Wieselburg, selbständigen Biologen, Pöttinger Landtechnik GmbH und BOKU, wie sich verschiedene Mähtechniken auf Insekten in unterschiedlichen Mähwiesen unter praxisüblichen Bedingungen auswirken.

Summary: Insektenschonendes Mähen
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Es wurden fünf verschiedene Mähvarianten getestet: das in der Praxis gängigste Scheibenmähwerk, ein Scheibenmähwerk mit Mähaufbereiter , Scheibenmähwerk mit Mähaufbereiter und zwei verschiedenen Scheuchvorrichtungen und ein Doppelmessermähwerk.
Die Mähvarianten wurden an insgesamt acht Versuchstagen in den Jahren 2021 und 2022 auf vier- bis fünfmähdigem Wirtschaftsgrünland und ein- bis zweimähdigen Naturschutzflächen im oberösterreichischen Alpenvorland getestet. Das Insektenvorkommen wurde dabei vor der Mahd und die Insektenverluste nach der Mahd auf diesen Flächen untersucht: Wegfliegende Insekten wurden mittels Netzen eingefangen, das Mähgut durchsucht und der Boden abgesaugt. Im Anschluss wurden die noch lebenden und geschädigten Insekten gezählt und die Ergebnisse statistisch ausgewertet.

Erkenntnis 1:

„Das Doppelmessermähwerk war mit weniger als 5 % Insektenverlusten die insektenschonendste Variante. Herkömmliche Scheibenmähwerke lagen mitunter 10 % nur knapp darüber. Bei Verwendung von Mähaufbereitern erhöhten sich die Insektenverluste im Schnitt auf rund 15 bis 20 %. Getestete Schutz- und Scheuchvorrichtungen brachten keinen signifikanten Beitrag zum Insektenschutz. Vor allem bei Mähaufbereitern konnte beobachtet werden, dass größere Insekten einem überproportional größeren Verletzungsrisiko ausgesetzt sind.“

© Maschinenring: Die Projektpartner stellten die Studie “Für die Insektenwelt – Mähtechniken auf dem Prüfstand” vor (v.l.): Maschinenring OÖ-Obmann Gerhard Rieß, Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger, Projektleiter Maschinenring DI Johannes Hintringer, AGES-Bienenforscher Dr. Dirk Schorkopf und LK OÖ-Präsident Mag. Franz Waldenberger.

Erkenntnis 2:

„Da im Früh- und Hochsommer die Insektenanzahl am höchsten ist, könnte zu dieser Zeit der Verzicht auf Mähaufbereiter wesentlich zur Insektenschonung beim Mähen beitragen. Gerade in den heißen Sommermonaten mit hohem Insektenaufkommen brauchen die Landwirte die Aufbereiter oft nicht zwingend. Diese wegzulassen, könnte eine Win-win-Situation für Insekten und Landwirte sein. Ermöglichen die Mähwerkshersteller den Landwirten, den Mähaufbereiter fallweise auf einfache Art und Weise wegzulassen oder auszuklappen, wäre dies ein einfach zu realisierender Beitrag, Insekten zu schonen.“

Erkenntnis 3:

„Bestimmte Insektenarten finden auch im ertragsbetonten fünfmähdigen Grünland Lebensraum und Nahrung und können dort in wesentlich höheren Dichten vorkommen als auf vergleichsweise weniger häufig gemähten und gedüngten Grünflächen. Fazit daraus ist, dass wir die Notwendigkeit von Insektenschonung auf allen Grünlandflächen beachten müssen, nicht nur auf den artenreichen Magerwiesen.“ In ungedüngten ein- oder zweimähdigen Wiesen leben oft sehr seltene Insektenarten, weshalb hier die Verwendung der insektenschonendsten Mähtechniken zum Überleben dieser Arten beitragen kann.

© Maschinenring: ProjektmitarbeiterInnen zählen die eingesammelten Proben aus. Hier im Bild suchen Maria Schwarz-Waubke und Martin Schwarz nach lebenden und nicht mehr lebendigen Insekten.

Fazit

Der Erhalt der Artenvielfalt und der Schutz der Insekten sind wesentliche Ziele einer nachhaltigen Landwirtschaft. Die Studie „Insektenschonendes Mähen“ trägt dazu bei, Insektenpopulationen zu schützen und zeigt, dass die Wahl der Mähtechnik einen erheblichen Einfluss auf das Überleben der Insekten hat. Landwirte haben ein großes Interesse daran, diese Artenvielfalt zu erhalten, und können durch die Anpassung ihrer Mähtechniken einen wichtigen Beitrag leisten.

Für alle Medienanfragen steht euch gerne Projektleiter Johannes Hintringer zur Verfügung:

DI Johannes Hintringer
Projektleiter Grünland
T: +43 676 821249959
M: johannes.hintringer@maschinenring.at

Vollständige Berichte zum Download

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