Umdenken am Acker

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Lesezeit: 8 min.

Der Ackerbau und seine Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel

Der Ackerbau ist eine der flexibelsten landwirtschaftlichen Disziplinen. Dank des Temperaturanstiegs in unseren heimischen Anbaugebieten ergeben sich neue Möglichkeiten. Pflanzen, die vor wenigen Jahrzehnten kaum Erträge geliefert hätten, gedeihen nun in kühleren, höher gelegenen Regionen. In diesem Blogartikel besuchen wir oberösterreichische Betriebe, die sich an den Anbau von Kulturpflanzen wie Hirse, Kürbis, Safran, Reis und Wein gewagt haben – mit großem Erfolg.

Franz Ortner und der Anbau von Hirse

Seit mittlerweile acht Jahren baut Franz Ortner aus Allerheiligen i. M. Hirse in Reihensaat an. Diese älteste Getreideart der Welt erweist sich als äußerst hitzebeständig und benötigt weniger Wasser sowie nur halb so viel Stickstoffdünger wie Mais. Franz sieht in Hirse die ideale Ergänzung für seine Fruchtfolge, da sie wenig Wasser benötigt und eine wertvolle Energiequelle für seine Biogasanlage darstellt. Diese robuste Pflanze übersteht Trockenperioden dank ihrer tiefen Wurzeln problemlos und liefert im September beeindruckende Erträge.

Der Erfolg des Ölkürbisanbaus im Innviertel

Früher war der Ölkürbisanbau fast ausschließlich in der wärmeren Steiermark beheimatet. Doch in den letzten Jahren hat sich dieser Anbau auch im oberösterreichischen Innviertel erfolgreich etabliert. Erich Bangerl und vier weitere Landwirte starteten dieses Projekt und bewiesen, dass der Ölkürbis in dieser Region hervorragend gedeiht. Unter der Marke “Pramoleum” arbeiten mittlerweile mehrere Vertragsbauern zusammen, teilen Infrastruktur und Know-how. Diese Kooperation minimiert das Ausfallrisiko und bietet den Betrieben eine interessante Ergänzung zur herkömmlichen Fruchtfolge.

Der Anbau von Safran im Mühlviertel

In Oberösterreich findet man auch exotischere Pflanzen auf den Äckern. Franz und Ingrid Prinz aus Naarn kultivieren seit 2018 Safran, eine Krokusart, die in Österreich einst weit verbreitet war, dann jedoch aufgrund herbstlicher Frühfröste fast verschwand. Dank des wärmeren Klimas ist Safran wieder eine vielversprechende Pflanze im Mühlviertel. Franz Prinz erweitert seine Anbauflächen kontinuierlich und möchte Safran erneut zur “roten Gold” der Region machen.

Der Anbau von Risottoreis im Trockenanbau

Gerhard Uttenthaller baut seit 2020 auf seinem Eferdinger Betrieb neben klassischen Getreidesorten mittelkörnigen Risottoreis im Trockenanbau an. Im Gegensatz zum Nassreisanbau, der auf gefluteten Feldern stattfindet, erfordert der Trockenreisanbau etwas mehr Wasser. Die Ernte und Vermarktung erfolgen regional. Obwohl der Anbau von Trockenreis mit Herausforderungen verbunden ist, lohnt er sich aufgrund seiner ressourcenschonenden Eigenschaften.

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Die Rückkehr des Weinanbaus in Oberösterreich

Der Klimawandel hat in Oberösterreich den Weinanbau wieder möglich gemacht. Rund 50 Weinbauern bauen inzwischen Rebsorten an, die vorher undenkbar waren. Michael Hitzinger aus St. Florian am Inn begann 2009 mit dem Anbau seines eigenen Weins und etablierte so einen neuen Weinbaubetrieb neben Ackerbau, Wald und Schweinemast. Leonhard Gmeiner aus Perg ist ein weiterer erfolgreicher Winzer, der auf die richtigen Sorten und laufende Weiterbildung setzt. Obwohl Oberösterreich flächenmäßig klein ist, zeichnet es sich durch qualitativ hochwertigen Wein aus.

Anpassungsfähigkeit und Chancen im Ackerbau

Die Landwirtschaft passt sich den sich ändernden Umweltbedingungen an und findet neue Möglichkeiten, um auf den Klimawandel zu reagieren. Die Anbauvielfalt in Oberösterreich zeigt, dass Landwirte erfolgreich auf neue Kulturarten setzen und somit ihre Betriebe zukunftsfähig gestalten.

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