Hochprozentiges vom Hauderhof

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Lesezeit: 7 min.

Wer guten Schnaps schätzt, ist am Mühlviertler Hauderhof richtig. Hundertfach wurden Marianne und Albert Gruber für ihre Produkte ausgezeichnet. Und auch die nächste Generation „brennt“ für die Schnapsherstellung.

Eingebettet in die sanften Hügel des Mühlviertels liegt in der Gemeinde Niederwaldkirchen auf 600 Meter Seehöhe der Hof der Familie Gruber. Der Hauderhof, seit jeher im Besitz der Familie, wurde 1417 erstmals urkundlich erwähnt und zählt zu den ältesten Erbhöfen im Mühlviertel. Marianne und Albert führen ihn seit 1992. Dank eines Brennrechts aus der Zeit Maria Theresias werden auf dem Hof seit jeher Getreide und Obst zu edlen Destillaten verarbeitet. Im Laufe der Jahre wurde neben der Viehwirtschaft die Brennerei mit viel Liebe und Engagement weiter ausgebaut.

Albert ist Landwirtschaftsmeister sowie ausgebildeter Edelbrandsommelier. Er führt zusammen mit seiner Gattin Marianne den Hof und ist hauptsächlich für das Destillieren verantwortlich. Spaß macht ihm auch der Job als gelegentlich Vortragender bei Brennkursen und in Schulen. Marianne ist gelernte Bürokauffrau und in Teilzeitbeschäftigung im Maschinenring Granitland tätig. Sie ist ebenfalls Edelbrandsommelier und für die Liköre und die Marmeladen zuständig.

Die Jungsommeliers am Hof

Die beiden Kinder sind bereits mit viel Herzblut im Familienbetrieb engagiert. Angelika studiert an der JKU Linz ist die Kreative in der Familie. Sie hilft beim Organisieren von Präsentationen und der Werbung. Thomas ist in seinem Hauptberuf Mechatroniker und zuhause der „Junior-Brenner“. Er mixt leidenschaftlich Cocktails mit den selbstgebrannten Destillaten. Die Eltern sind stolz auf ihre Kinder, die kürzlich ebenfalls die Edelbrandsommelier-Prüfung erfolgreich absolvierten.

Vom Feld in die Flasche

„Nach diesem Motto werden auf unserem Bauernhof im Mühlviertel in alter Tradition und mit modernster Technik verschiedenste Whiskys und Edelbrände aus den hofeigenen Produkten hergestellt,“ erzählt Albert. „Beim Feldanbau setzen wir auch auf alte Sorten wie Schlägler Roggen“ erklärt Marianne. „Unsere drei wichtigsten Getreidesorten sind Roggen, Gerste und Hafer. Hopfen dient als Zugabe bei Hopfenkorn, Gin und Hopfenlikör.“

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„Das gereinigte Getreide wird nach der Einbringung getrocknet und bei uns am Hof im „Troadkasten“ gelagert. Wenn das erste Mal gebrannt wird, wird genau geschaut, ob das Getreide passt… gebrannt wird den ganzen Winter über“, so Marianne. „Zuerst maischen wir geschrottetes Getreide ein, das in Wasser eingerührt wird. Dann warten wir 2-3 Tage zu, bevor der Brennvorgang beginnt“.

„Viel Sorgfalt bei der Rohstoffauswahl und Brennverfahren sind Voraussetzung für unsere hochwertigen Edelbrände und Liköre.“

Marianne Gruber

Erfahrung und viel Fingerspitzengefühl

„Man muss immer dabei sein“, sagt Albert, „und die Kesseltemperatur, die Heizleistung und die Kühlung die ganze Zeit über regeln. Eine Füllung dauert so dreieinhalb bis vier Stunden, dabei wird auf ca. 80 Grad stufenweise aufgeheizt und in Vorlauf, Mittellauf und Nachlauf fraktioniert“, erklärt Albert fachmännisch. „Den richtigen Zeitpunkt riecht man förmlich“, lacht er, „da hilft einem die Erfahrung. Schließlich habe ich schon mit 15 Jahren bei meinem Vater mitgeholfen“.

Zum Einsatz kommen dabei ein Destilliergerät und Maischebottich. „Die Anlage ist mit fast 30 Jahren noch immer zeitgemäß und top gasdicht. Zum Heizen nehmen wir Holzscheiter“, so der Edelbrandsommelier.

Qualität spricht sich herum

Gelagert werden die Edelbrände in Holzfässern aus Eiche im Keller des Hofes. Hier wird auch ständig geprüft und die Qualität kontrolliert. Auch in Glasgefäßen wird Hochprozentiges angesetzt und so köstlich fruchtige Produkte kreiert. „Wir bieten Betriebsbesichtigungen mit Verkostung an“ ist Marianne stolz auf die Produktvielfalt und Qualität der Erzeugnisse. Auch hochwertige Säfte und Marmeladen sind dabei. „Verkauft wird ab Hof, aber wir beliefern auch 11 Bauernecken im Lagerhaus und 35 Wirtshäuser in der Umgebung bis 20 Kilometer“, erzählt sie weiter. Zudem wird auf Märkten in der Region verkauft.
„Einmal wurden bei einem Kunden die Ballons mit hochprozentig Gelagertem vertauscht, so dass ihm der 72ig-Prozentige natürlich ordentlich einheizte“, ergänzt Albert lachend eine lustige Episode.

Der Betrieb wurde bereits mit an die 100 Medaillen ausgezeichnet und war zwanzigmal Landessieger. Für den Maschinenring Granitland wurde sogar einmal eine Sonderabfüllung der Whiskymarke „Old Hauder“ durchgeführt. Der Kreativität der Familie sind keine Grenzen gesetzt, besonders, wenn alle so wie hier an einem Strang ziehen. So kann man die erfolgreiche Weiterführung dieses besonderen Betriebes geradezu riechen… wie eben guten Edelbrand!

Marianne und Albert Gruber vlg. Hauder
Uttendorf 8, A- 4174 Niederwaldkirchen

Der Hauderhof ist ein typischer Mühlviertler Mischbetrieb mit 45 Stück Rindern und Milchkühen, sowie 13 ha Ackerland, 7 ha Wiesen und 2 ha Wald. Das Getreide für die hofeigene Brennerei wird auf den hauseigenen Äckern angebaut und geerntet. Das garantiert die Qualität der Destillate.

Eine Produktübersicht und die Möglichkeit für Besichtigungen finden Schnapskenner auch online auf hauderkorn.at

Von Rainer Schöffl // MR Oberösterreich

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