Das grüne Gold

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Lesezeit: 5 min.

Innviertel – das fruchtbare Land am Inn ist für seine herzhaften, Gaumenfreuden und lebensfrohen Menschen bekannt. Am Hof von Leo Höllerl in St. Georgen finden wir beides.

Als Leo Höllerl 2015 den Familienhof in Obernberg übernimmt, liegt der Betriebsschwerpunkt auf Ackerbau und Schweinemast. Der Kürbisanbau und Lohnarbeiten wie das Trocknen von Kürbiskernen sind noch eher kleine Bereiche der Hofarbeit, jedoch haben sie Wachstumspotenzial.

„Ich lege Wert darauf, dass ich nur Produkte mache, die ich selber auch mag und die mir schmecken.“

Vom Schweinebetrieb zum Kürbisanbau 2017 kommt die Wende, und die Schweinemast wird aus Mangel an zeitlichen Ressourcen aufgegeben. Leo Höllerl fällt die Entscheidung, sich neu auszurichten, und legt den Fokus seines Betriebes auf die Ernte und Verarbeitung von Ölfrüchten. Der heute 38-Jährige schmunzelt, wenn er sich zurückerinnert: „Wir wollten eigentlich damals irgendwann wieder Schweine anschaffen, da mir das auch Spaß macht, aber als wir die Lüfter aus dem Schweinestall ausgebaut haben, weil wir sie für die Kürbisse brauchten, war das Ende der Schweinezucht besiegelt.“ 2019 wurde eine neue Kürbiswaschanlage errichtet, die die Kerne vor dem Trocknen noch besser reinigt und die Produktionsmengen auf ein neues Level hebt. Im selben Jahr wird auch viel an den Abläufen der Kürbistrocknung gefeilt und diese perfektioniert. Anfang 2020 geht die Speiseölraffination in Betrieb und veredelt seither Innviertler Sonnenblumen- und Rapsöl zu hochwertigem Fritieröl.

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Eigene Vermarktung des Innviertler KürbiskernölsBald darauf gründet Leo Höllerl kurzerhand seine eigene Vermarktungsgesellschaft namens „Inngold“. Derzeit wird für ca. 20 Landwirte die Ernte und Trocknung der Kürbiskerne übernommen, und diese werden bei der Vermarktung von Kürbiskernen unterstützt. So können gemeinsam 20 Tonnen Kürbiskerne pro Jahr veredelt und vermarktet werden. 2 ½ kg Kürbiskerne stecken in einem Liter Kürbiskernöl, das weder gefiltert noch raffiniert wird. Die Kürbiskerne lässt Leo von einer Mühle in der Steiermark pressen.

Der Presskuchen, der dabei von den Kürbissen übrig bleibt, dient als hochwertiges regionales Eiweißfuttermittel für Hühner und Schweine.

Bekenntnis zu Topqualität

Die Kunden von Inngold sind vor allem in der regionalen Gastronomie und im Einzelhandel in der Umgebung von St. Georgen zu finden, wo man die hochwertigen Öle sehr schätzt. Besonders sein Frittieröl, das aus Sonnenblumen- und Rapsöl besteht: „Das kann sonst keiner, wir haben dafür wahrscheinlich die kleinste Anlage Europas. Schwierig war nur, an das nötige Know-how zu kommen, da es hierzu kaum Literatur gibt.“ Die Raffination des Öles erfolgt in fünf Schritten, wobei Leo besonders stolz ist, dass der Großteil der Anlage mit Pellets beheizt wird und nicht wie sonst üblich mit Öl oder Gas.

Kreativität und Mut zur Weiterentwicklung

Doch nicht nur Öl wird erzeugt, auch Kürbislikör, Knabberkerne, Innviertler ­Linsen, Käfer-, Kidney- und Weiße Bohnen sind bei Leo Höllerl zu bekommen. „Ich lege Wert darauf, dass ich nur Produkte mache, die ich selber auch mag und die mir ­schmecken“, sagt Leo, „dabei ist mir auch ganz wichtig, dass die Rohstoffe weitestgehend aus dem Innviertel kommen.“ Eine Ausnahme macht er nur beim Knoblauch, den er von einem befreundeten Landwirt aus Kremsmünster zukauft und zu Pesto und eingelegtem Knoblauch verarbeitet. Neue Ideen für Produkte gehen dem kreativen Landwirt jedenfalls nicht aus, er probiert viel aus und nimmt dafür auch einige Rückschläge in Kauf, wie etwa sein Mehl aus Bohnen oder Linsen. „Das waren gute Produkte, aber einfach zu exotisch für die Leute.“
Mit einem Freund gemeinsam baut Leo gerade eine Anlage für Wal- und Haselnüsse auf. Heuer rechnet er mit der ersten kleinen Ernte. Woran er derzeit noch tüftelt, ist eine Verwendungsmöglichkeit für die Seife, die als Neben­produkt bei der Ölproduktion entsteht: „Wir haben viel natürliche Leimseife, die einen hohen Restfettgehalt hat, das ist gut für die Haut.“ Bei so viel Kreativität sind wir uns absolut sicher: Es wird ihm auch hier etwas einfallen.

Der Betrieb

Inngold
Betriebsleitung: Leo Höllerl
Wimm 6, 4983 St. Georgen bei Obernberg

Gemüseverarbeitung, Saaten, Öle

Produkte: Kürbiskerne, Knoblauch, Bohnen, Pesto, Sonnenblumenöl, Eingemachtes, Kürbiskernöl, Liköre, Rapsöl, Linsen, Haselnüsse, 10 ha Kürbisanbau, ca. 30.000 l Sonnenblumenöl pro Jahr
Konventioneller und Bio-Anbau, nimmt Gülleausbringung über Maschinenring-Güllegemeinschaft in Anspruch

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