Altes Wissen, neue Wege.

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Um die Zukunft ihres Betriebs zu sichern, wagen sich Landwirte auf neues Terrain.

Vorsichtig ausgedrückt: Die Zeiten für Landwirte waren schon einmal einfacher. Betriebsführer müssen angesichts der bürokratischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Anforderungen zunehmend neue Möglichkeiten erwägen, um ausreichendes Einkommen sicherzustellen und den Betrieb gegen Krisen zu wappnen. Diese Wege sind vielfältig, erfordern jedoch gleichermaßen unternehmerische Kreativität, ein klares Konzept sowie Mut bei der Umsetzung.

Die eigenen Produkte selbst verarbeiten und verkaufen

Einen selbstbewussten Weg gingen Lisa und Stefan Moritz: An ihrem Hof in Schlatt werden über hundert Sorten Gemüse angebaut. Die Palette reicht vom Frischgemüse wie unzählige Salate bis hin zum Lagergemüse, wo das bekannteste natürlich die Erdäpfel sind. In drei Folienhäusern reift über das ganze Jahr bunte Vielfalt heran. So viele frische Produkte brauchen dann auch einen Absatzmarkt, und den hat sich der Familienbetrieb vielfältig aufgebaut. Neben zwei Bauernmärkten kann man Gemüse vom Meindlhof im angeschlossenen großen Hofladen kaufen oder zur Abholung per Onlineshop ordern.

Dazu ließen sich die Betriebsführer noch die Salzkammergut Gemüsekiste einfallen: Konsumenten bestellen online nach Bedarf oder in Abos, ein Partner kümmert sich wie ein Franchiseunternehmer um die Logistik sowie das Verpackungsmaterial und Familie Moritz stellt den Inhalt der Kiste. „Durch den zusätzlichen Verkauf mittels Gemüsekisten können wir Anbau und Produktion besser planen und abschätzen, als es mit den Märkten alleine der Fall wäre“, erklärt Lisa Moritz. Auch die Nähe zum Kunden bringe gute Einblicke in die Wünsche und Erwartungen der Konsumenten.

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„Diversifizierung ist unbedingt notwendig“, bestätigt auch Johann Gabauer aus Esternberg. Er übernahm ursprünglich Milchviehbetrieb mit Molkereianlieferung. Der Betrieb war für eine Familie aber nicht existenzerhaltend. Also richtete der Landwirt seinen Betrieb neu aus: Derzeit werden 26 Milchkühe und zwölf Wasserbüffel gemolken. Die Milch der Wasserbüffel wird in der eigenen Hofkäserei verarbeitet. Produziert werden Joghurt, Frischkäse, Mozzarella, Feta-Art, Bauerbutter, Hartkäse mit mindestens viermonatiger Reifung und Büffelfleisch an Schlachtterminen. „Die wohl größte Herausforderung ist wohl die Produktion selbst, beginnend bei der Fütterung der Büffel, Fruchtbarkeit, Milchgewinnung und Milchhygiene. Die Mikrobiologie des Käses ist komplex. Ein Fehler in der Fütterung führt zum Ausfall ganzer Chargen“, erzählt Johann. Moment läuft es gut, doch auch er sieht eine Änderung im Kaufverhalten seiner Kunden: „Im Moment merkt man, dass Konsumenten bei hochwertigeren Produkten zu sparen beginnen.“

Betrieb neu ausrichten

Oft lohnt ein Neubeginn, wie bei Karoline und Willibald Eigner. „Globalisierung und Trends machen es immer wichtiger, dass sich Hofübernehmer Gedanken machen, in welche Richtung sie den landwirtschaftlichen Betrieb in Zukunft führen möchten“, ist Karoline überzeugt. Nach vielen Jahren der Sauenhaltung, die kaum für ein wirtschaftliches Auskommen reichte, wagten sie 2018 mit Erfolg einen Neuanfang mit einer Kompostieranlage. „Durch diese Diversifizierung konnten wir unseren Betrieb spezialisieren und die Arbeitsplätze am Hof erhalten. Seit 2019 sammeln und verarbeiten wir die Biotonnenabfälle der Gemeinde Schwertberg. Seitdem arbeitet Willi nur mehr in Teilzeit“, freut sich Karoline. Ein Schritt ergab den anderen und angeregt durch den Abfall, der leider in den angelieferten Materialien zu finden war, entwickelten die Landwirte mit dem Zertifikatslehrgang „Schule am Bauernhof“ ein weiteres Standbein.

Auch der 42-jährige Andreas Lehner, der in Puchberg bei Wels gemeinsam mit seiner Frau Birgit einen Zuchthühner-Betrieb führt, ist überzeugt: „Natürlich ist es wichtig, sich in der heutigen Zeit, breit aufzustellen und nicht nur auf ein Pferd zu setzen“. Es sei aber wichtig trotz allem, den Faden nicht zu verlieren. Andreas brachte in die Landwirtschaft viel Erfahrung und Know-how mit. Er war der erste Lehrling, den der Maschinenring Wels beschäftigte, war dann lange Jahre beim Maschinenring im Service-Bereich und Vorstand tätig und absolvierte die landwirtschaftliche Meisterprüfung. Andreas spezialisierte seinen Betrieb auf die eng miteinander verwobenen Bereiche Ackerbau und Bruteiproduktion. Dafür investierte er in eigene Hühnerställe und erhöht die Wertschöpfung, indem er die Eier selbst verkauft und verarbeitet. „Dies stellt die Rentabilität unseres Betriebs sicher. Natürlich, auch wir haben mit steigenden Energie- und Betriebskosten zu kämpfen. Parallel geht der Wunsch des Konsumenten nach regionalen Produkten, der sich in der Pandemie gebildet hat, wieder etwas zurück“.

Christoph Mente
Kundenbetreuung
M: +43 59060 40030
christoph.mente@maschinenring.at

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