pixel
Beiträge mit den Schlagworten :

Direktvermarktung

Drohnen in der Landwirtschaft 1024 683 Maschinenring Blog Oberösterreich

Drohnen in der Landwirtschaft

Teilflächenspezifisch bewirtschaften – Betriebsmittel gezielter einsetzen

Wer kennt es nicht? Die unterschiedlichen Ertragspotentiale innerhalb eines Feldes. Oft sind Extremwetterphasen (längere Trockenperioden, Staunässe,…) verantwortlich, dass Felder z.T. inhomogen sind und je nach Umwelteinfluss ein unterschiedliches Ertragspotential aufzeigen. In der Bewirtschaftung machen wir oft keine Unterschiede. Alle Teilflächen erhalten in der Regel die gleiche Menge an Düngemitteln und erfahren die gleichen Pflanzenschutzmaßnahmen.

Durch neue Technologien, Techniken und die gestiegenen Betriebsmittelpreise, wird es immer interessanter, auch innerhalb der Flächen Unterschiede in der Bewirtschaftung zu machen. Doch zunächst muss man seine Flächen gut kennen. Dies kann einerseits auf eigenen Erfahrungswerten beruhen, andererseits können Satelliten- bzw. Drohnenkarten als Unterstützung dienen.

Michael Treiblmeier (Firma Blickwinkel) beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit dem Thema Drohnen und deren Einsatzmöglichkeiten in der Landwirtschaft. Treiblmeier bestückte seine Drohne mit modernster Kameratechnik und Sensoren. Damit bekommt er Informationen von Feldstücken, die mit freiem Auge unmöglich sichtbar werden. Die Bilder können z.B. während der Vegetationszeit für Echtzeitschätzungen herangezogen werden. Dadurch kann man in Folge gezielt Dünger und Pflanzenschutzmittel einsetzten.

Außerdem kann man Problemunkräuter zentimetergenau erfassen und anschließend punktuell bekämpfen (Spotspraying).

Vorteile einer Drohne gegenüber Satelliten

„Der Vorteil einer Drohne ist, dass man bei einer niedrigeren Flughöhe um ein Vielfaches genauer messen kann. Satelliten haben eine Auflösung von ca. 10 m x 10 m. Mit einer Drohne könnte man auf unter 1 cm x 1 cm kommen, wenn man das System voll ausreizt.“

Michael Treiblmeier
aus Kirchdorf am Inn (OÖ

Ein weiterer großer Vorteil von Drohnen ist, dass es keine fixen Zeitintervalle von Überflügen wie bei Satelliten gibt. Man ist also wesentlich flexibler und kann auch bei Schlechtwetter gute Ergebnisse erzielen.

Zum Thema Spotspraying Pflanzenschutz gibt es auch schon Erfahrungen: Am Versuchsbetrieb Hauer konnte durch teilflächenspezifische Bekämpfung von Distelvorkommen nicht nur Pflanzenschutzmittel eingespart werden, insgesamt konnten die Kosten für den Drohnenflug durch die Kosteneinsparung an nicht ausgebrachten Pflanzenschutzmitteln gedeckt werden – eine Win-Win-Situation für Umwelt und Geldbörsl…

Michael Treiblmeier aus Kirchdorf am Inn (OÖ) ist Ackerbauer und Geschäftsführer bei Blickwinkel Agrarconsulting. Sein Spezialgebiet sind Drohnen und deren Anwendungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft.

Andreas Heinzl
Projektleiter Ackerbau // MR Oberösterreich
4021 Linz, Auf der Gugl 3
Tel. +43 676 8212 499 63
andreas.heinzl@maschinenring.at

Die Natur kennt 10 Jahreszeiten – Der Naturkalender 1024 769 Maschinenring Blog Oberösterreich

Die Natur kennt 10 Jahreszeiten – Der Naturkalender

Wie sich das Klima ändert, kann man im eigenen Garten messen. Dafür sind keine Geräte oder wissenschaftliches Know How nötig. Es geht ganz einfach mit den richtigen Pflanzen und genauer Beobachtung.

Mit der sogenannten Klimahecke aus 10 einheimischen Gehölzen lassen sich die phänologischen Jahreszeiten beobachten. Der Jahreszeitenwechsel in der Natur folgt nicht einem fixen Datum, sondern richtet sich nach den Zeitpunkten von Blattaustrieb, Blühbeginn und Fruchtreife bestimmter Pflanzen. So läutet zum Beispiel die Blüte der Kornelkirsche den Vorfrühling ein. Im Hochsommer steht der Faulbaum kurz vorm Verblühen und mit dem Blattfall des Roten Hartriegel sind wir im Spätherbst angekommen.


Von Jahr zu Jahr lässt sich somit beobachten, wie sich das Klima und die Natur verändert. Zudem bieten alle Gehölze reichlich Nahrung für blütenbestäubende Insekten und Vögel und dienen als wertvolle Rückzugsräume.

GehölzZeigerfunktion und phänologische Jahreszeit
Haselstrauch – Corylus avellanaBlüte – Vorfrühling
Fruchtreife – Frühherbst
Sal-Weide – Salix capreaBlüte – Vorfrühling
Purpur-Weide – Salix purpureaerste reife Früchte – Vollfrühling
Kornelkirsche/Dirndl – Cornus masBlüte – Vorfrühling
Fruchtreife – Frühherbst
Blütenknospen – Spätherbst
Schlehe – Prunus spinosaBlüte – Erstfrühling
Fruchtreife – Frühherbst
Schwarzer Holunder – Sambucus nigraBlüten brechen auf – Frühsommer
Fruchtreife – Spätsommer
Faulbaum – Frangula alnusBlüten öffnen sich – Vollfrühling
Blüten beginnen zu verblühen – Hochsommer
Wolliger Schneeball – Viburnum lantanaBlüte – Vollfrühling
Fruchtreife – Spätsommer
Hundsrose – Rosa caninaBlüte – Frühsommer
Fruchtreife – Frühherbst
Roter Hartriegel – Cornus sanguineaBlüten brechen auf – Frühsommer

DI Renate Fußthaler
Fachabteilung Garten- und Landschaftsgestaltung// MR Oberösterreich
4021 Linz, Auf der Gugl 3
Tel. +43 (0)5-9060-400-28
renate.fussthaler@maschinenring.at

Was erwarten Landwirte 2023? 1024 683 Maschinenring Blog Oberösterreich

Was erwarten Landwirte 2023?

„2023 erwartet uns das neue ÖPUL, u. a. mit einer Tierwohl- Förderung im Schweinebereich. Betriebe, die hier investieren und investiert haben, bekommen dadurch eine wichtige Unterstützung. Jetzt ist der Markt gefragt, um die höheren Standards umzusetzen.“

Thomas Reisecker
Landwirt aus St. Georgen bei Obernberg

Eine neue Generation von gut ausgebildeten Landwirten ist neben Klimawandel und gesellschaftlicher Kritik mit einem Informationsüberangebot konfrontiert. Gerade jetzt ist es wichtig, echte Information von Marketinginfos zu unterscheiden.

Rupert Reich, akad. LLM
Pflanzenbauberater bei Lagerhaus Innviertel Traunviertel Urfahr eGen

Gerade in bewegten Zeiten muss uns bewusst sein: In einem Radius von 500 km gibt es kein Gebiet wie unseres, in dem es möglich ist bei so vielen Kulturen wie z.B. Raps, Getreide, Soja, Körnermais, Silomais, Kartoffel und Zuckerrübe hohe stabile Erträge zu etablieren. Wir müssen unseren erfolgreichen Weg selbstbewusst fortsetzen und dem Klimawandel mit Maßnahmen zur Ertragssicherung begegnen.

Dies mit einem reduzierten Angebot von Pflanzenschutz zu bewerkstelligen, wird herausfordernd, ist aber machbar. Wie der Klimawandel wird uns auch die gesellschaftliche Diskussion zum Thema Pflanzenschutz weiterhin begleiten. Doch die Motivation, in einen der ertragssichersten Produktionsgebiete Landwirtschaft betreiben zu können sollte Ansporn genug sein, die Herausforderungen anzunehmen.

DI Helmut Feitzlmayr
Abteilung Pflanzenbau, Landwirtschaftskammer Oberösterreich

Im letzten Jahr sind die Agrarmärkte in Bewegung geraten, wie wir es seit Jahrzehnten nicht erlebt haben. Die Dynamik bei den Notierungen der Produktpreise an der Warenterminbörse in Paris, die auch Basis für die Kontrakte in Oberösterreich sind, führen innerhalb einer Woche zu Preissprüngen, die die Deckungsbeiträge bei Mais oder Weizen um über 300 €/ha schwanken ließen. Daher sind die Landwirte auch im kommenden Jahr als Unternehmer massiv gefordert die Kurse zu beobachten, über Teilabschlüsse das Risiko zu teilen und den Verkauf der Ernte möglichst nicht auf eine Karte zu setzen.
Ebenso gilt es massive Schübe auf der Kostenseite in Schach zu halten. Laut Agrarhandel wird Saatgut 2023 um 25 bis 30 % und Pflanzenschutzmittel um 7 bis 15 % teurer. Die Düngerkosten sind zum Jahreswechsel zwar fallend, müssen aber ebenfalls überlegt und in mehreren Schritten für die Saison 2023 sichergestellt werden.
Experten sind sich uneinig was uns 2023 erwartet, kommen aber überein, dass die Preisniveaus aufgrund der multiplen Krisen weiterhin hoch bleiben. Bei so viel Unsicherheit ist es wichtig, dass mit 1.1.2023 die neue GAP- und ÖPUL-Periode startet und, auch wenn die Anforderungen an Biodiversität, Umwelt und Naturschutz hoch und komplex sind, wird den Teilnehmern Rechtssicherheit und damit eine Perspektive in der neuen Förderkulisse garantiert.

„Die Zeit, die auf die Landwirtinnen und Landwirte zukommt, wird im Angesicht der steigenden Energie- und Rohstoffpreise bestimmt keine leichte werden. Auch mit dem Start der neuen GAP Förderungen wird bei Antragstellung und Abwicklung einiges auf uns zukommen.“

Franz Hauer
Landwirt aus Münsteuer
Ing. Christian Edlmüller
Verkaufsleitung Österreich
SAATBAU LINZ

Landwirtschaft erweist sich auch unter herausfordernden Rahmenbedingungen als sicher und zukunftsorientiert. Auch bei uns in der Saatbau Linz ist diese Dynamik ersichtlich und zeigt sich mit einer deutlichen Steigerung des Saatgutabsatzes und Umsatzerlöse. Dies unterstreicht die Kompetenz und Bedeutung der SAATBAU als innovatives Saatgutunternehmen.
Mit einem dichten Netz an Vermehrungsflächen in ganz Europa werden unsere Sorten unter den verschiedensten klimatischen Bedingungen und Standortgegebenheiten auf Ertrag, Qualität und Resistenzen getestet. Der voranschreitende Klimawandel stellt jedoch unsere Züchter und Produktentwickler vor besondere Herausforderungen – Hitze und langanhaltende Trockenheit im Osten Österreichs und den östlichen Nachbarstaaten führten 2022 bei verschiedenen Kulturen zu schwachen Erträgen, mit unmittelbarer Auswirkung auf die Saatgutversorgung v.a. bei Mais und Soja. Das hohe Preisniveau bei Getreide und Alternativkulturen wird voraussichtlich auch mittelfristig bleiben, dies bewirkt entsprechend höhere Saatgutproduktionskosten.

„Die steigenden Energiekosten und die Veränderung des Klimas werden für manche Landwirte eine ziemliche Herausforderung werden. Aber die Nachfrage nach heimischen Produkten zeigt, dass die österreichischen Bauern gute Arbeit leisten.“

Stefan Rachbauer
Landwirt aus Lohnsburg

Andreas Heinzl
Projektleiter Ackerbau // MR Oberösterreich
4021 Linz, Auf der Gugl 3
Tel. +43 676 8212 499 63
andreas.heinzl@maschinenring.at

Pflanzenschutzmittelzusatzstoffe – Potenzial und Gefahren 1024 576 Maschinenring Blog Oberösterreich

Pflanzenschutzmittelzusatzstoffe – Potenzial und Gefahren

Pflanzenschutzmittelzusatzstoffe können verschiedene Funktionen erfüllen. Am weitesten in der Praxis verbreitet ist die Anwendung als Netzmittel und Haftmittel. Aber auch Additive zur pH-Wert Regulierung, als Penetrationsmittel, Schaumstopp, Superspreiter, zur Geruchsminimierung oder als Anti-Drift Mittel sind am Markt erhältlich. Seitens der Hersteller werden vielfältige Funktionen beworben – doch wie effektiv sind diese Produkte wirklich? Der Maschinenring hat sich dieser Frage angenommen und dazu Praxisversuche mit verschiedenen Mitteln zu Abdrift- und Geruchsminimierung durchgeführt. Die Ergebnisse zu den einzelnen Produkten, Potential und Gefahren dieser sowie Anwendungsempfehlungen fassen wir hier für euch zusammen.

Welche Versuche wurden durchgeführt?

Bei den durchgeführten Versuchen handelte es sich um Praxisversuche, bei denen Pflanzenschutztechniker des Maschinenrings vier verschiedene Zusatzstoffe getestet haben. Durchgeführt wurden Versuche mit den Produkten Break-Thru S 301, Squall, Optisigner und Kento. Bewertet wurde dabei anhand von optischen Wahrnehmungen und Geruchswahrnehmungen. Dazu wurde zuerst die Spritzbrühe alleine und im zweiten Durchgang mit dem jeweiligen Zusatzstoff ausgebracht. Beurteilt wurde, wie sich die Tropfengröße und die Feinanteile nach der Zugabe des Zusatzstoffs bei der Ausbringung der Spritzbrühe veränderten. Bei der Tropfengröße wurde beurteilt, ob diese gleichmäßiger wurden, gleichblieben oder ungleichmäßiger wurden. Bei den Feinanteilen wurde beurteilt, ob diese weniger wurden, gleichblieben oder mehr wurden. Beim Abdriftverhalten wurde optisch bewertet, ob dieses besser, gleich oder schlechter wurde. Die thermische Abdrift wurde anhand des Geruchs bewertet, nämlich ob dieser durch die Zugabe des jeweiligen Zusatzstoffs weniger wurde, gleichblieb oder intensiver wurde. Abschließend wurde auch die Benetzungsqualität nach demselben Schema (besser/gleich/schlechter) beurteilt. Die gesamten Versuche wurden von mehreren Pflanzenschutztechnikern über zwei Jahre hinweg an verschiedenen Standorten durchgeführt.

Ergebnisse

Die Ergebnisse der einzelnen Beurteilungen wurden zusammengefügt und der Durchschnitt daraus errechnet. Jedes getestete Mittel hat in unterschiedlichen Bereichen seine Stärken und Schwächen beziehungsweise Anforderungen für die Anwendung.

Break-Thru S 301
Bei diesem Produkt handelt es sich um einen Superspreiter der dazu dient, die Wasseraufwandmenge und in geringem Ausmaß auch die Pflanzenschutzmittelaufwandmenge zu verringern. Dadurch kann mit einer Tankfüllung mehr Fläche behandelt werden. Diese erhöhte Schlagkraft kann zum Beispiel bei engen Ausbringungszeitfenstern hilfreich sein. Weiters verbessert dieses Produkt die Benetzung an den Zielpflanzen. Auf das Abdriftverhalten hat es jedoch wenig Auswirkungen. Eine mögliche Gefahr besteht bei diesem Produkt, wenn trotz der Anwendung des Zusatzstoffs, die volle Wasseraufwandmenge und vor allem die volle Pflanzenschutzmittelaufwandmenge verwendet wird. Solche, nicht der Anwendungsempfehlung entsprechenden, Anwendungen können zu Schäden an der jeweiligen Kultur führen.

Optisigner
Optisigner ist ein Additiv, welches seine Stärken vor allem als Haftmittel ausspielt. Auf die Tropfengröße beziehungsweise die Feinanteile hat das Produkt wenig Auswirkung. Beim optischen Abdriftverhalten konnten ebenfalls keine Verbesserungen festgestellt werden. Bei thermischen Abdriftverhalten jedoch schon. Ein positiver Einfluss auf die Geruchsentwicklung konnte dabei in beiden Jahren festgestellt werden. Für eine entsprechende Wirkung bei der Geruchsminimierung und als Haftmittel muss dieses Produkt exakt nach den Herstellerangeben dosiert werden.

Squall
Die besten Ergebnisse beim Abdriftverhalten, sowohl optisch als auch beim Geruch, konnte der Zusatzstoff Squall erreichen. Dieses Produkt wurde in beiden Versuchsjahren am besten bewertet. Neben dem Abdriftverhalten hat dieses Produkt auch die besten Ergebnisse bei der Benetzungsqualität gezeigt. Auch wurden gleichmäßigere Tropfen und weniger Feinanteile durch die Beigabe dieses Zusatzstoffs erreicht. Seitens der Anwender wurde auch die einfache Handhabung bei der Dosierung gelobt. Gute Ergebnisse wurden dabei mit 0,3l bis 0,5l je 100l Wasser erreicht. In Summe geht dieser Zusatzstoff bei unserem Praxiseinsatz als Testsieger hervor.

Kento
Kento ist laut Herstellerangaben als Netz- und Haftmittel einzusetzen. Die Eigenschaften und Vorteile des Produkts sind jenen des Produkts Optisigner sehr ähnlich. Ähnlich wie dieses hat es wenig Einfluss auf die Tropfengröße. Bei den Feinanteilen wurde von unseren Testern sogar ein negativer optischer Eindruck festgehalten. Eher wenig Einfluss hat es auf das Abdriftverhalten und die Benetzungsqualität. Für eine entsprechende Wirkung als Netz- und Haftmittel ist besonders auf eine exakte Dosierung zu achten.
Die Kosten für die jeweiligen Zusatzstoffe liegen je nach Produkt und Aufwandmenge bei rund vier bis neun Euro je Hektar.

Fazit

Pflanzenschutzmittel-Zusatzstoffe haben vielfältige Funktionen und können bei sachgemäßem Einsatz durchaus wesentliche Vorteile erzielen. Zusatzstoffe sind situationsabhängig und nur bei Bedarf einzusetzen. Wird ein Additiv eingesetzt, ist die Auswahl eines entsprechenden Produkts, welches den gewünschten Effekt erzielen kann, entscheidend. Um einen entsprechenden Wirkungserfolg sicherzustellen, ist es notwendig, die Anwendungsempfehlungen des Herstellers für das jeweilige Produkt exakt einzuhalten. Da die Kosten pro Hektar für Additive überschaubar sind und Vorteile in der Anwendung damit erzielt werden können, haben diese durchaus das Potential, zukünftig vermehrt eingesetzt zu werden.

Andreas Heinzl
Projektleiter Ackerbau // MR Oberösterreich
4021 Linz, Auf der Gugl 3
Tel. +43 676 8212 499 63
andreas.heinzl@maschinenring.at

Bio „zischt“ 1024 768 Maschinenring Blog Oberösterreich

Bio „zischt“

Mit einem „zisch“ öffne ich meine Flasche „KathiDiem“, fruchtig erfrischend aber gar nicht süß – ein richtig feiner Durstlöscher an diesem schönen Tag. Die Erfinderin dieses Apfelsaftgetränk ist Katharina, welche dem am Betrieb hergestellten Apfelsaft mit ihren spritzigen Ideen aufpeppt.
Ein Familienbetrieb, der sich durch Innovationen ständig weiterentwickelt, aber trotzdem nie die Natürlichkeit und Bodenständigkeit verloren hat.

Die beiden Geschwister Katharina, 33 Jahre, und Augustin, 27, strotzen vor Ehrgeiz und führen den Betrieb stetig mit neuen Innovationen und Ideen weiter. Beide sind seit Jahren fix am landwirtschaftlichen Betrieb, welcher von Mutter Ulrike seit 1992 geführt wird.

Schon bei der Übernahme vor 30 Jahren war klar: Der Betrieb wird auf Bio umgestellt. Zu Beginn hatte man noch Milchkühen und hat mit der Schweinezucht begonnen. Mit den Jahren wurde der Fokus auf die Schweinezucht gesetzt: man züchtete Linien welche für Biobetriebe besser geeignet sind. „Aber der Markt für Bio Ferkel stellte sich als sehr schwierig heraus“ so Katharina. „Daraufhin haben wir uns 2008 gefragt: Wie geht’s weiter?“ Am Anfang wurde überlegt, mit Streuobstwiesen weiterzumachen, aber nach der Beratung mit der Landwirtschaftskammer Steiermark, welche den Obstbausektor für ganz Österreich betreut, hat man sich dazu entschieden Obstanlagen zu pflanzen. Und daraufhin wurden rund um den Betrieb Obstbäume gepflanzt. Die Hauptsorte ist definitiv der Apfel, aber man setzt auch auf Birnen, Pfirsiche, Erdbeeren und Zwetschken. Die Schweinzucht ist nach wie vor am Betrieb Stögermayr aufrecht, 15 Zuchtsauen sorgen für frischen Wind in der Bioschweinemast.


100 % Direktvermarktung von unseren Produkten


„Unsere Produkte werden zu 100 % direktvermarktet“ so Katharina. Firmen, Foodcoops, Gastronomie, Hofläden, Schulen und Kindergärten werden wöchentlich direkt mit den eigenen Zustellern beliefert. An drei Tagen in der Woche wird in die Regionen Hausruck- und Traunviertel gefahren. Auch eine Biobäckerei in Wien wird vom Familienbetrieb beliefert. Viel Ausdauer bewies Kathi, bis der Kundenstock aufgebaut war: „Bei den Firmen war es das klassische Türklinken-putzen, mal ein paar Probepakete da lassen um dann endlich vom Vorzimmer in die Chefetage weitergelassen zu werden, da ist viel Ausdauer und Geduld gefragt“ erinnert sich Kathi noch gut an die Anfangszeit. Bei der Belieferung von Hofläden war es dafür ein bisschen ein Selbstläufer, im Umkreis haben immer mehr aufgemacht und so hat sich ein gutes und dichtes Netzwerk unter den Landwirten gebildet. So ist auch der eigene Hofladen ein wichtiges Standbein vom Betrieb, welcher täglich von 8 bis 20 Uhr in Selbstbedienung offen hat. Schön sortiert stehen die verschiedenen Säfte, Moste und Schaumweine in den Holzregalen. Die kreative Handschrift von den beiden Geschwistern findet man in jeder Flasche. Von Birnencider mit Himbeere über Kaiserspritz bis hin zum Apfelschaumwein ist alles zu finden. Ein besonderes Highlight sind die verschiedenen gespritzten Apfelsaft Getränke. Nicht süß, aber fein prickelnd und erfrischen, wird von den Kunden sehr gerne angenommen. Aber wie kommt man auf die verschiedenen Mischungen? Die kreative Kathi mischt das zusammen was ihr selbst am besten Schmeckt. Ausschlaggebend war für sie ihre erste Schwangerschaft „Wir sind mal gut essen gegangen und da hat es mich so richtig genervt, wenn man als einzige Option nur einen Orangensaft oder Cola bekommt, das passt gar nicht zum Essen dazu… Das musste sich ändern, und Kathi hat mit dem mixen von alkoholfreien Getränken mit dezentem Geschmack und wenig Süße, welche sich gut als Durstlöscher eignen, angefangen. „Was schmeckt also? Etwas Herbes ist immer sehr anregend, so kam ich beispielsweise auf die Schafgarbe. VierJu ist die säuerliche Variante, da war ich auf der Suche nach einer „regionalen“ Säure, diese kommt vom Apfel und nicht wie sonst üblich bei Getränken von der Zitrone.“

Das Ursprungsprodukt Saft und Most trägt die Handschrift von Kathis jüngeren Bruder, Augustin. Die Moste sind von der Gärtechnik und Gärsteuerung her wie Weine hergestellt. Für das Produkt heißt das, dass der Most rein ist, dass keine Fehltöne drinnen sind, ein guter Obstwein, welcher nur schwer von einem grünen Veltliner zum Unterscheiden ist. „Da sind keine Kellertöne in unserem Most drinnen“ versichert uns Augustin. Der sein Handwerk in der HBLA für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg gelernt hat.

Die Nachfrage ist groß, deshalb wird Streuobst von ausgewählten Biobauern aus der Region zugekauft. Es sind in den letzten Jahren bewährte Kooperationen entstanden. Den eines ist klar, bei der Familie Stögermayr darf nur Top Qualität angeliefert werden. Da ist Kathi streng „Keine fauliges Obst und keine Erde, das müssen top Früchte sein!“ Es ist aber auch eine Absicherung für den Betrieb, weil man nie genau weiß wie die Ernte im Herbst ausfällt. Ob Spätfrösten im Frühjahr oder Hagel im Sommer, man arbeitet mit der Natur und ist auch somit von ihr abhängig. „Man kann nicht mit einem 100 % Ertrag kalkulieren, unsere Obstbäume sind alle rund um den Hof, wenn es bei uns hagelt betrifft es den ganzen Bestand“ so Augustin.


Fast alle Getränke werden selbst abgefüllt, außer die karbonisierten Getränke. Hierfür würde sich die Anschaffung einfach nicht rentieren. Auch Lohnabfüllung wird betrieben. Bei so viel Arbeit braucht es viele Hände. Zu den vier „Familieneigenen“ Arbeitskräften sind zwei Vollzeit-Arbeitskräfte das ganze Jahr beschäftigt sowie ein Saisonarbeiter, der von Frühling bis in den Herbst am Betrieb ist. Für die Zustellungs- und Büroarbeiten setzte man auf drei Teilzeit-Arbeitskräfte. Und bei der Ernte arbeitet man mit dem Maschinenring zusammen. „Bei Spitzen ist man froh, wenn man auf den Maschinenring zurückgreifen kann, weil man beim Maschinenring auch kurzfristige Arbeitskräfte für einen individuellen Zeitraum bekommt“.

Aber auch als Dienstleister-Betrieb ist die Familie Stögermayr für den Maschinenring im Einsatz. Augustin hat an seinem alten Maishäckgerät getüftelt und geschweißt, es in Eigenregie verbessert und umgebaut auf ein Fronthackgerät. „Jetzt kann ich 12-reihig Soja und Lupinen sowie 6-reihig Mais hacken, und als nächstes kommt dann eine Erweiterung, dass ich auch Getreide hacken kann“ so der Selbermacher. Eine Innovation die nicht nur im Biolandbau gefragt ist. „Ab und zu muss man es ein wenig anders machen als die Anderen“ grinst Kathi. Der Erfolg gibt ihnen Recht, der Mut zum anders sein hat sich für Familienbetrieb auf jeden Fall ausgezahlt.

BioApfelHof Stögermayr
Betriebsleitung: Ulrike Stögermayr
Litzifeld 4, 4902 Wolfsegg am Hausruck
Telefon: +43 7676/74 79
info@bioapfelhof.at
www.bioapfelhof.at

Von Marlene Schausberger // MR Salzkammergut

Winterdienst mit Herz und Hirn 1024 683 Maschinenring Blog Oberösterreich

Winterdienst mit Herz und Hirn

Es ist dunkel, kalt und die Straßen sind glatt. Wenn er raus muss, schlafen die meisten noch. Martin Pachinger ist einer von 2.000 Mitarbeitern, die im Winter für den Maschinenring im Einsatz sind, um zuverlässig für schnee- und eisfreie Straßen und Parkflächen zu sorgen. In zehn Jahren, mit jeweils 26 Wochen Winterdienst-Bereitschaft, hat der 43-Jährige aus Rainbach im Mühlkreis schon viele Erfahrungen mit seinem Traktor samt Schneepflug und Salzstreuer gesammelt.

„Schnee zu räumen hat mir immer schon getaugt“, lacht Martin. Seine Arbeit beginnt sozusagen vor der eigenen Haustüre, denn zu seinem Einsatzgebiet gehört unter anderem auch der Güterweg, der zu seinem Hof führt. „Das ist sicher ein Vorteil, so bleibt keine Zeit auf der Strecke“, so Martin.


Der Tag beginnt um 1:30 Uhr

„Ich habe eine ‚klassische Landkarriere‘ gemacht“„Manche Flächen müssen um 4:30 Uhr fertig geräumt sein, das heißt für mich Arbeitsbeginn um 1:30 Uhr“, erklärt Martin. Die Vorbereitungsarbeiten, wie Salz auffüllen oder Schneeketten anlegen, werden in diesem Fall schon am Vorabend erledigt. Wenn sich ein Einsatz aufgrund des Wetterberichtes nicht sicher voraussagen lässt, wird er ab 2 Uhr alarmiert. Die Strecke und Parkplatzflächen, die in Martin’s zuständiges Gebiet fallen, umfassen eine Arbeitszeit von ca. viereinhalb Stunden. Dazu zählt auch ein Firmengelände, das eineinhalb Hektar groß ist. „Für solche Areale gibt es fixe Pläne mit zugewiesenen Schneeablagerungsplätzen, anders würde das nicht funktionieren“, so Martin. Im Traktor ist er zwar alleine unterwegs, Abstimmungen mit den Kollegen sind aber trotzdem oft notwendig. „Der Fußtrupp hat seine eigene Einsatzplanung, dennoch stimmen wir uns kurzfristig über Details ab“, fügt Martin hinzu. „Meistens bin ich um 6 Uhr mit meiner Runde fertig. Kurze Zeit später hole ich dann meine Zwillingssöhne von zu Hause ab und bringe sie in den Kindergarten. Je nach Wetterlage rücke ich dann bei Bedarf gleich ein zweites Mal aus und beginne meine Route von vorne“, erklärt er.

Martin Pachinger mit voller Freude beim Winterdienst


„Ich habe eine ‚klassische Landkarriere‘ gemacht“

„Die Arbeit im Winterdienst wurde mir sozusagen in die Wiege gelegt“, lacht Martin, „denn auch mein Papa war damals für die Gemeinde im Winter im Einsatz“, fügt er hinzu. Uns erzählt er von seiner „klassischen Landkarriere“, wie er sie selbst nennt, die er seit seiner Tischlerlehre in der Jugend gemacht hat. Nach dem Bundesheer hat er zu Hause am landwirtschaftlichen Betrieb gearbeitet. Dort wohnt er heute zusammen mit seiner Frau, den Zwillingssöhnen, seinen Eltern, 70 Rindern, sechs Hühnern und einem Kater.
Auf 30 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche gibt’s immer was zu tun. „Mein jetziger Haupterwerbszweig ist eigentlich die Betreuung des eigenen, aber auch fremden Waldes, den ich für Kunden mitbetreue. Mit 24 Jahren wurde ich in den Vorstand des Maschinenring Freistadt gewählt und bin seitdem Obmann. Als ich einen Traktor für den Hof kaufte und zeitgleich beim Maschinenring vier Einsatzfahrzeuge für den Winterdienst gesucht wurden, habe ich mich dazu entschlossen im Winterdienst zu arbeiten, so kann ich auch meinen angeschafften Traktor gut auslasten“, erzählt Martin. Neben dem Winterdienst führt er auch Holzschlägerungsarbeiten über den Maschinenring durch. Diese Vielfältigkeit schätzt er sehr: „Die Aufgaben beim Maschinenring sind, wenn man will, sehr breit gefächert. Trotzdem sind wir ein Team vom Land, jeder kennt sich bei uns handwerklich gut aus. Und vor allem steht man nie alleine da wenn es ein Problem gibt. Irgendwer kommt immer und hilft dir.“ Trotz allem bleibt ihm noch Freizeit, die er gern mit seiner Familie am Rad, auf der Skipiste oder im Wasser beim Schwimmen verbringt. Und wie es sich für eine ordentliche Landkarriere gehört, ist er natürlich auch aktives Mitglied bei der Feuerwehr.

Winterdienst mit Höhen und Tiefen

„Ich habe bestimmt schon alle Höhen und Tiefen erlebt“, fasst Martin die Einsätze der letzten zehn Jahre im Winterdienst zusammen. Dass bei Wind und Wetter nicht zu jeder Zeit alles glatt läuft, liegt auf der Hand. „Aber trotz allem habe ich die Arbeit im Winterdienst noch keine Sekunde bereut. Ich würde es immer wieder machen, denn es begeistert mich einfach, ein Gerät, auch in Extremsituationen, steuern zu können“, erklärt Martin. An der Arbeit beim Maschinenring schätzt er den Zusammenhalt am meisten: „Ohne Zusammenhilfe funktioniert es nicht. Ich bin zwar mit meinem Traktor allein unterwegs und hab die Verantwortung, aber wenn es ein Problem gibt und beispielsweise ein Traktor ausfällt, übernehmen die Kollegen und helfen aus, das kommt dann auch wieder zurück und das ist das Schöne, wenn man sich aufeinander verlassen kann. Außerdem darf der Kontakt zu den Kollegen nachts ohnehin nicht fehlen, denn irgendeiner weiß immer, wo der erste Bäcker geöffnet hat“, lacht Martin.
Wir schätzen Martin sehr in unserem Team. Er ist verlässlich und verantwortungsbewusst, Eigenschaften die bei der Arbeit im Winterdienst keinesfalls fehlen dürfen. Dadurch hat er auch eine Vorbildwirkung auf all seine Kollegen. Mit seiner Unkompliziertheit macht er es uns sehr einfach mit ihm zusammenzuarbeiten, wir schätzen ihn sehr in unserem Team.

Von Sieglinde Weingartner, Kundenbetreuerin beim Maschinenring Freistadt

Reger Andrang beim Dorfladen in Spital an Pyhrn.
Direktvermarktung mit Herz & Verstand – Bäuerinnen-Gemeinschaftsprojekt Spitaler Dorfladen boomt 940 788 Maschinenring Blog Oberösterreich

Direktvermarktung mit Herz & Verstand – Bäuerinnen-Gemeinschaftsprojekt Spitaler Dorfladen boomt

Große Ideen entstehen oft am Küchentisch. Als der örtliche Direktvermarkter in Spital am Pyhrn zusperrt und kein Nachfolger aufzutreiben ist, entschließen sich örtliche Landwirtinnen kurzerhand den Dorfladen selbst zu führen. Ohne Erfahrung in Handel und Direktvermarktung packen die Spitaler Bäuerinnen das Projekt mit Herz, Bauchgefühl und Hausverstand an. Das Resultat ist ein Gemeinschaftsprojekt, das seinesgleichen sucht.

Spital am Pyhrn. Der Dorfladen ist im Zentrum der kleinen Gemeinde, zwischen Stiftskirche und Gemeindeamt gelegen. Als der Betreiber zusperrt findet sich kein Nachfolger. Dies wollen die Landwirtinnen Regina Reiter und Barbara Rebhandl nicht hinnehmen: „Das war mitten in der Milchkrise im Mai 2016. Es war schwer, die eigenen Produkte an den Mann zu bringen – und da sperren wir den Dorfladen, das einzige regionale Geschäft in Spital am Pyhrn, zu?“ Die beiden Frauen fassen den Entschluss, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

Spitaler Dorfladen – eine Idee nimmt Gestalt an

Die Idee liegt nun am Tisch: ein kleiner, feiner Laden mit Produkten, die man selbst auch haben möchte, und einem Vermarktungskonzept, das sich für die Bauern lohnt. Regina und Barbara haben keine Erfahrung mit Unternehmensgründungen, schon gar nicht mit den komplizierten Regeln im Lebensmittelhandel. Also machen sie sich an die Arbeit.

Die Frauen googeln, arbeiten Nächte durch, eignen sich innerhalb kürzester Zeit immenses Wissen an. Dabei nutzen sie die Ressourcen von bestehenden Institutionen wie der Landwirtschaftskammer und dem Maschinenring. Eines der ersten Gespräche führten die Jungunternehmerinnen mit Markus Lindinger, Bereichsleitung Personal im Maschinenring Pyhrn-Eisenwurzen. „Wir sind viele Stunden bei ihm im Maschinenring-Büro gesessen. Markus hat uns immer Mut gemacht und stand mit Rat und Tat zu Seite“, erinnert sich Regina. Markus Lindinger, selbst von der Idee begeistert, unterstützt und begleitet die Bäuerinnen und „schaukelt“ viel im Hintergrund. Ein Verein wird gegründet, das Gewerbe angemeldet. Die Angestellten des alten Dorfladens werden übernommen und für den Übergang über die Maschinenring Personalleasing angestellt. So können die Jungunternehmerinnen Personalverantwortung, Versicherung und Steuern vorerst hintenanstellen und sich auf andere Dinge konzentrieren.

Individuelle Personallösungen vom Maschinenring bieten Unternehmenseinsteigern und Kleinunternehmen eine voll kalkulierbare Übersicht der Personalkosten.“

Markus Lindinger, Bereichsleitung Personal Maschinenring Pyhrn-Eisenwurzen

Der Dorfladen nimmt Gestalt an, doch noch gibt es keine Produkte. „Wir hatten in Spital am Pyhrn eigentlich nur wenige Betriebe, die professionelle Direktvermarktung betrieben haben“, erinnert sich Barbara. Doch die Idee des gemeinsam betriebenen Dorfladen wächst. Schnell finden sich landwirtschaftliche Betriebe, die ihre Hofprodukte anbieten möchten. An nicht wenigen Bauernhöfen wird Direktvermarktung erst durch den Dorfladen ausprobiert.

Es tut sich was in der kleinen Gemeinde. Der Vermieter des Dorfladens, das Familienunternehmen MARK Metalltechnik, leistet mit zwei Jahren Mietfreiheit eine wesentliche Starthilfe. Bei der Renovierung helfen Familie und Freunde zusammen. Als der Dorfladen in einer Rekordzeit von nur vier Wochen wiedereröffnet, ist der Grundgedanke der Gemeinschaft in jeder Ecke spürbar.

Die Vielfalt bäuerlicher Produkte – frisch, regional und in erstklassiger Qualität

Beim Betreten des Dorfladens begrüßt der herrliche Duft von frisch gebackenem Bauernbrot. An Körben mit saisonalem Bio-Gemüse und selbst gemachten Marmeladen, Honig und Nudeln vorbei gelangt man zur Kühltheke mit Milch und Milchprodukten wie Butter, Topfen, Sauerrahm und Joghurt. In der Vitrine lassen einem Käse, Wurst, Speck und gekochte Speisen wie Fleischlaiberl, Frittaten, Strudel und Knödel das Wasser im Mund zusammenlaufen und mit köstlichen Säften, Most und Schnaps werden Genießer bestens versorgt. Neben den Lebensmittelprodukten finden auch zum Teil selbst gefertigte Handelsprodukte wie Wolle, Dekor und Geschenke Platz.

Großer Beliebtheit erfreuen sich auch die Geschenkkörbe wie das „Spitaler Kistl“, das auch der Tourismusverband Pyhrn-Eisenwurzen gerne bezieht. Durch alle Produkte zieht sich zwei Kriterien wie ein roter Faden: die Qualität und die Regionalität. „Wir wissen genau, wo die Produkte herkommen. Wir wissen genau, wo die Betriebe sind und dass sie gut sind“, betont Barbara Rebhandl. Die Ware müsse so qualitativ sein, dass auch die eigenen Leute gerne zum Einkaufen kommen. Verpackt sind die Erzeugnisse vorwiegend in Gläsern und Papier, im Spitaler Dorfladen findet man nur Plastik, wenn es unbedingt nötig ist.

„Ich dachte nie, dass ich mich so mit Direktvermarktung identifizieren kann. Der Dorfladen ist irgendwie unser Baby.“

Barbara Rebhandl, Geschäftsführerin Spitaler Dorfladen

WhatsApp-Gruppe als Warenwirtschaftssystem

„Wie verfolgen ein ganz anderes Konzept als herkömmliche Handelsbetriebe“, erklärt Regina Reiter, die wie Barbara Rebhandl alle Geschäftsführertätigkeiten im Ehrenamt durchführt: „Der Dorfladen ist nicht klassisch eigentümergeführt. Er gehört dem Verein. An Gewinnmaximierung sind wir nicht interessiert. Das Ziel ist das Miteinander“. Und es funktioniert.

Andrea Reitmüller und Maria Stockreiter – die „Engeln“ des Spitaler Dorfladen.

Der Spitaler Dorfladen schreibt trotz einer sehr niedrigen Handelsspanne, die mehr als branchenunüblich ist, seit fünf Jahren stabile Zahlen. Lieferverträge und Abnahmevereinbarungen gibt es im Spitaler Dorfladen nicht, die Zusammenarbeit basiert auf Freiwilligkeit und Vertrauen. Wenn das Brot aus ist oder eine Köchin ausfällt, informieren die Verkäuferinnen die Vereinsmitglieder via WhatsApp. Meistens wird der Engpass schnell gelöst und wenn nicht, geht die Welt nicht unter. „Wir müssen nicht immer alles lagernd haben und unsere Kunden verstehen das“, so Barbara Rebhandl.

„Größere Entscheidungen werden immer miteinander getroffen. Es ist wichtig, dass jeder die Möglichkeit hat, mitzuentscheiden. Es muss für jeden passen, jeder muss seine Aufgaben haben und Verantwortung tragen.“

Regina Reiter, Geschäftsführerin Spitaler Dorfladen

Die Spitaler lieben ihren Dorfladen

Andrea Reitmüller und Maria Stockreiter, die beiden Verkäuferinnen, werden gerne als „Engeln des Dorfladens“ bezeichnet. Sie leben die Philosophie des Spitaler Dorfladens mit Freude und Hingabe. Mit der Zeit haben die beiden ein besonderes Gespür für das Sortiment entwickelt und regen Anpassungen und neue Ideen an. Andrea Reitmüller arbeitet seit drei Jahre im Dorfladen und weiß, dass die Kunden den Charme des kleinen Dorfladens mit seiner Individualität schätzen. „Wir haben viele Stammkunden, die jede Woche kommen.“ Ein besonderer Besuch kommt z.B. immer freitags inklusive Leiterwagen: Die Kinder des Gemeindekindergartens kaufen für die gesunde Jause ein.

„Es ist immer schön mitzuerleben, wie gern die Kunden zu uns einkaufen kommen. Sie schätzen die Regionalität und Qualität sehr. Außerdem ist unser Sortiment bei jedem Besuch ein bisschen anders.“

Maria Stockreiter, Verkäuferin Spitaler Dorfladen

Die Zukunft des Spitaler Dorfladens

Der Dorfladen steht auf festen Beinen und der Maschinenring als „Gründungspartner“ ist noch immer dabei – der Gemeinschaftsgedanke verbindet eben. „Die Unterstützung von landwirtschaftlichen Betrieben ist eine der Kernaufgaben des Maschinenring, wir helfen zusammen“, so Markus Lindinger vom Maschinenring Pyhrn-Eisenwurzen. Der Maschinenring agiert als unterstützendes Vereinsmitglied und vermittelte das nötige Know-how für Buchhaltung und Lohnverrechnung. Markus Lindinger vom Maschinenring Pyhrn-Eisenwurzen ist sich sicher: „Es ist etwas Besonderes, das hier entstanden ist. Die Produkte sind wirklich erstklassig, wir verschenken diese selber auch gerne an unsere Leasing-Kunden. Wir wünschen dem Spitaler Dorfladen weiterhin nur das Beste und gratulieren zum fünfjährigen Jubiläum.“

Der Erfolg des Spitaler Dorfladens bleibt nicht unbemerkt. Angebote, eine zweite Filiale zu öffnen oder die Öffnungszeiten auszuweiten, lehnt die Gemeinschaft dankend ab. „Das Konzept unseres Dorfladens wäre sicherlich erweiterbar und hätte Potenzial, aber dann wäre er anders“, so Regina Reiter, „Die Herausforderung ist, den Grundgedanken in seiner Form zu erhalten und lebendig zu halten. Es geht nur miteinander.“

Öffnungszeiten & Adresse Spitaler Dorfladen

Freitag 8.30 bis 12.30 Uhr und 14.30 bis 18.30 Uhr
Samstag: 8.30 bis 12.30 Uhr

Stiftsplatz 4, 4582 Spital am Pyhrn
Telefon: 0664 3702444
E-Mail: spitaler.dorfladen@gmx.at

Zur Website

Sie möchten mehr lesen?

Raps von Oberösterreichs Feldern in „Kronenöl“

In „Kronenöl“ steckt Raps von Oberösterreichs Feldern, gepresst in den regionalen Ölmühlen des Maschinenring. Hausrucköl-Geschäftsführer Josef Voraberger führt Klemens Rauch von VFI Oils for Life durch die Ölmühle – wir waren dabei! ZUM ARTIKEL

Feldversuche CULTAN-Verfahren– „Es funktioniert in der Praxis!“

Das CULTAN-Verfahren, also Stickstoffdüngung durch Injektion direkt in an der Wurzel, ist in aller Munde. Wir waren beim Feldversuch mit dabei und staunten über die Ergebnisse! ZUM ARTIKEL

de_DEGerman

Pin It on Pinterest