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Precision farming kann man nicht kaufen – Precision farming muss man gehen

Precision farming kann man nicht kaufen – Precision farming muss man gehen

Precision farming kann man nicht kaufen – Precision farming muss man gehen 1024 681 Maschinenring Blog Oberösterreich

Interview mit Dipl. Ing. Michael Treiblmeier B.Ed. vom Ingenieurbüro BLICKWINKEL für digitale Landwirtschaft, in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Maschinenring.

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Dipl. Ing. Michael Treiblmeier B.Ed., Ingenieurbüro Blickwinkel

Michael erzähl uns kurz von deinem eigenen Hof und wie BLICKWINKEL entstanden ist.

Ich führe einen Hof mit 60ha Ackerfläche in Kirchdorf am Inn, unweit der Therme Geinberg und seit 2017 das Ingenieurbüro Blickwinkel. Während des Studiums an der Universität für Bodenkultur bin ich im Zuge meiner Diplomarbeit erstmal mit Vegetationsmessungen und Biomassemonitoring in Berührung gekommen. Gegen Ende des Studiums 2014 war der Hype um Drohnen und ihren Einsatz extrem groß. Zu diesem Zeitpunkt konnte aber niemand genau sagen wozu man sie in der Landwirtschaft nun wirklich einsetzen kann, außer eben Fotos zu machen. Das konnte ich nicht glauben, dass da nicht mehr möglich ist. Nach einigen intensiven Fortbildungen in den Themen Fernerkundung, Geoinformatik, Verarbeitung von Bilddaten und Precision farming im In- und Ausland sowie der Verbindung dieser Themen mit pflanzenbaulichen und bodenkundlichen Wissen, schloss sich für mich nach und nach der Kreis. Auf der ersten eigenen Drohne, brachte ich per 3-D-Druck verschiedene Sensoren für den Einsatz zur Analyse der Bodenbeschaffenheit an und beschäftigte mich damit, die Daten der Drohne lesbar zu machen und so aufzubereiten, dass man damit in der Praxis weiterarbeiten kann.  Durch die Informationen und Daten sollten gezielte Maßnahmen getroffen werden und Ursachen für Wachstumsunterschiede auf den Grund gegangen werden. Nach viel Zeit, Mühe und Energie kann ich seit 2017 Dienstleistungen, Schulungen und Beratungen unter dem Ingenieurbüro Blickwinkel anbieten. Durch die Anfragen haben sich immer wieder neue Anwendungen ergeben. 

Welche Leistungen bietest du für Landwirte im Bereich Digitalisierung? 

Wir sind mittlerweile Komplettdienstleister im Themenfeld precision farming. Ein Schwerpunkt ist neben den Drohnendienstleisungen die gesamtbetriebliche Beratung zum  Einstieg ins Precision Farming. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf der Technik, sondern vor allem am Faktor Boden sowie dem Faktor Mensch, also dem Betriebsführer und seiner Affinität  zu digitalen Technologien. Zu unseren Leistungen gehört natürlich auch die Schulung und Anwendung der Technik und wie damit Daten erhoben, bereitgestellt und verwendet werden können. Der Landwirt wird dabei ein Stück des Weges begleitet und kann dann laufend entscheiden wieviel er selbst erlernen, oder als Dienstleistung beziehen möchte.

Du betreust aktuell ein Versuchsprojekt beim Maschinenring, bitte erzähl uns darüber.

Genau, aktuell beschäftige ich mich mit einem Projektbetrieb in Laakirchen. Der Betrieb ist mit seinen Geräten und Maschinen technisch gut ausgestattet. Wir versuchen nun gemeinsam alle Lücken zu füllen damit der Betrieb zukünftig alle Flächen teilflächenspezifisch bewirtschaften kann. Ich beschäftige mich mit den Informationen die vorhanden sind, spiele Prozesse durch und gebe es so an den Betriebsführer weiter, damit er dann in Zukunft selbst seinen Weg damit gehen kann.

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Projektbetrieb in Laakirchen.

Wie empfindest du die aktuelle Situation in der Digitalisierung in der Landwirtschaft? Welche Hürden müssen Landwirte meistern? Gibt es eine Art Leitfaden für das Thema Precision Farming und was der richtige Weg in die Zukunft auf meinem Betrieb ist?

So etwas wie ein Kochbuchrezept gibt es zu diesem Thema nicht. Der Kern dabei ist, dass Precision farming auf den Betrieb zugeschnitten sein muss. Der Betriebsleiter muss das wirklich in seinen Betrieb integrieren wollen. Es muss so funktionieren, dass er es auch selbst bewältigen kann. Der Betriebsführer soll mit den Informationen versorgt werden, die er braucht, aber nicht mehr. Man kommt schrittweise in dieses Thema rein, Viele haben Scheu davor, aber im Laufe des Einsatzes läufts dann. Es soll mit überschaubaren Kosten die Arbeit erleichtert werden.  

Nähere Infos dazu: Blickwinkel – Ingenieurbüro für Landwirtschaft und Agrartechnik

Fotos: © blickwinkel.pro

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