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Neophyten: Freund oder Feind?

Seidenpflanze - Neophyten

Neophyten: Freund oder Feind?

Neophyten: Freund oder Feind? 800 582 Maschinenring Blog Oberösterreich

„Neue Pflanzen“ – die wörtliche Übersetzung von „Neophyten“ weist nicht auf gefährliche Pflanzen hin. Der Großteil der vielen tausend Sorten, die nach 1492 aus allen Teilen der Welt zu uns eingeschleppt wurden, ist es auch nicht. Viele dieser Pflanzen sind aus unserer Kulturlandschaft nicht mehr wegzudenken und leisten einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität. Doch unter 1.000 Pflanzen befindet sich statistisch gesehen eine, die Probleme macht.

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Der Japanische Staudenknöterich breitet sich massiv aus und ist kaum zu beseitigen.

Botaniker sprechen von der „Zehner-Regel“: Von 1.000 eingeführten Arten verwildern 100, von diesen bleiben nur 10 dauerhaft, davon zeigt eine einzige Art unerwünschte Auswirkungen für die heimische Natur. Es sind also nur 0,1 Prozent der neuen Pflanzengenossen, aber diese breiten sich rasant aus. Sie verdrängen und überwuchern andere Wildpflanzen und gefährden somit die Artenvielfalt. Diese werden als „invasiv“ bezeichnet. Invasive Neophyten sind derzeit in Österreich nach dem Flächenverbrauch die zweitgrößte Ursache für das Artensterben. Als Zierpflanze im Hausgarten gedacht, schaffen invasive Pflanzen oft den Sprung in die freie Natur und verbreiten sich auch aufgrund der steigenden Temperaturen unkontrolliert weiter.

So zum Beispiel die gewöhnliche Seidenpflanze (Asclepias syriaca), die aufgrund
ihrer auffallenden Früchte auch Papageienpflanze genannt wird. Diese und weitere
zwölf Pflanzenarten wurden von der Europäischen Union per Verordnung als gebietsfremde, invasive Neophyten eingestuft und sind mittlerweile bei uns verboten.

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Die Seidenpflanze ist schön anzusehen, aber gefährlich für unsere Natur.

Was kann ich gegen invasive Neophyten tun?

Auf öffentlichen Grünflächen

Auch für Unternehmen und Gemeinden gilt: Bei Neupflanzungen keine
invasiven (wie z. B. Schmetterlingsstrauch, Robinie) oder potenziell
invasiven (hierzu zählt beispielsweise der Kirschlorbeer) Pflanzenarten
verwenden! Bei bestehenden Vorkommen eine Verbreitung und Verschleppung
verhindern und wenn möglich, durch Bekämpfungsmaßnahmen entfernen bzw. einschränken!

Im eigenen Garten:

„Erkundigen Sie sich unbedingt vor dem Kauf einer Pflanze, ob diese als invasiv eingestuft ist“, empfiehlt Renate Fußthaler vom Maschinenring
Oberösterreich. Auch eine Abfrage im Internet mit dem vollständigen Namen und dem Zusatz „invasiv“ gibt schnell Auskunft, ob es sich um eine problematische Pflanze handelt. „Falls in Ihrem Garten bereits solche vorhanden sind, versuchen Sie die Pflanzen im Zaum zu halten und eine Ausbreitung zu verhindern“, rät Fußthaler. In der Praxis bedeutet das, verblühte Blütenstände abzuschneiden und Samen und Wurzelteile auf keinen Fall in der freien Natur, sondern in die Bio- oder Restmülltonne zu entsorgen.

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Die Kanadische Goldrute bildet Dominanzbestände und verdrängt heimische Arten durch Abgabe von Stoffen an den Boden.

Tipp: Eine Liste mit den derzeit als invasive Neophyten eingestuften Pflanzenarten finden Sie hier.

Dieser Artikel erschien in der aktuellen Ausgabe der GartenWelten. Auf www.garten-welten.at können Sie – solange der Vorrat reicht – ein Gratis-Exemplar bestellen.

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Was ist wann im Garten zu tun? Gartentipps vom Profi für das ganze Jahr finden Sie hier:

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