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„Die Innovation, die wir Bauern so schätzen, ist dem Bürger eher ein Dorn im Auge.“

„Die Innovation, die wir Bauern so schätzen, ist dem Bürger eher ein Dorn im Auge.“

„Die Innovation, die wir Bauern so schätzen, ist dem Bürger eher ein Dorn im Auge.“ 1024 538 Maschinenring Blog Oberösterreich

Gastkommentar von Dr. Willi Kremer-Schillings, auch bekannt als „Bauer Willi“, schaut gern über den Tellerrand. Er ist überzeugt, dass nur im Dialog Lösungen liegen. Mehr Beiträge auf www.bauerwilli.com

In den letzten Jahrzehnten hat sich in der Landwirtschaft vieles gewandelt. Um die Arbeit zu erleichtern und Arbeitskräfte zu ersetzen, wurde innovative Technik eingesetzt. Klar, dass wir Bauern das gut finden. Aber wie sieht es mit dem Bürger und Verbraucher aus?

Warum ich da eine Unterscheidung mache? Weil sich diese beiden „Wesen“, die wir alle in uns haben, deutlich unterscheiden. Der Verbraucher kauft in der Regel gerne gut und günstig, wenn es passt, auch regional und bio. Wenn aber, wie derzeit, das Geld nicht mehr so locker sitzt, darf es dann auch wieder der Discounter sein. Und dort auch gerne die Eigenmarke aus dem unteren Regal.

Und der Bürger? Der Bürger stellt nach wie vor hohe Ansprüche an die Art und Weise, wie wir Landwirte die Lebensmittel erzeugen. Und da ist die Innovation, die wir Bauern so schätzen, dem Bürger eher ein Dorn im Auge. Statt Ferkelschutzkorb möchte er lieber, dass die Sau mit ihren Ferkeln auf der grünen Wiese frei herumlaufen kann. Ein Schlammloch zum Suhlen darf es auch noch sein. Ob das mit hygienischen Anforderungen zusammengeht? Darüber denkt er nicht nach und wirft uns auch noch Blockadehaltung vor. 20 Jahre lang konnten wir ohne größere Kritik wirtschaften, wie wir es für richtig hielten, und jetzt will der Bürger mitreden?

„Der hat doch keine Ahnung“, werden Sie jetzt sagen. Stimmt, und das ist für uns eine Riesenchance! Wir sollten, nein, wir müssen unseren Mit-Bürgern erzählen, was wir machen, wie wir es ­machen und warum wir es so machen. Ich sage bewusst „erzählen“, denn damit wir ins Gespräch kommen, ist es wichtig, zu fragen. Allzu häufig heißt es: „Pass mal auf, ich erkläre dir jetzt mal, warum der Ferkelschutzkorb sein muss.“ Kreative Kommunikation ist gefragt, und diese Gespräche verlaufen auf Augen­höhe.

Einen Satz von Paul Watzlawick finde ich da sehr passend: „Der Andersdenkende ist kein Idiot, er hat sich lediglich eine andere Wirklichkeit konstruiert.“
Und wer ist eigentlich der Andersdenkende?

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