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Betriebshelfer – die „Retter in der Not“

Betriebshelfer – die „Retter in der Not“

Betriebshelfer – die „Retter in der Not“ 940 788 Maschinenring Blog Oberösterreich

Betriebshilfe beim Maschinenring

Wenn Anna Rebhandl zu einem Einsatz fährt, hat sie es fast immer mit einem landwirtschaftlichen Betrieb im Ausnahmezustand zu tun. Die Ressourcen auf Bauernhöfen sind knapp bemessen – fällt eine Arbeitskraft aus, ist schnell „Not am Mann“. Ein Bericht über Zusammenhalt und die Freude am Helfen.  

Roßleithen, Oberösterreich. Der Milchviehbetrieb ist auf zwei volle Arbeitskräfte ausgelegt. Tierhaltung ist kein Nine-to-five-Job: 40 Tiere müssen zweimal täglich, sieben Tage die Woche, versorgt werden, neben Feldarbeiten, Administrativem und vielen mehr. Vater und Sohn sind ein eingespieltes Team, aber nun wurde der Vater am Knie operiert und fällt für drei bis vier Monate aus. Sein Ausfall wirkt sich schlagartig auf den Betrieb aus. Der örtliche Maschinenring Pyhrn-Eisenwurzen reagierte deshalb rasch und vermittelte eine Betriebshelferin.

 „Alleine würden wir momentan schwer zurechtkommen.“

Engelbert Rebhandl jun.

„Landwirtschaftliche Betriebe können leider sehr oft in eine verzwickte Situation kommen wenn etwas passiert. Ein Unfall, eine Krankheit, ein Todesfall, und eine Arbeitskraft fällt aus. Am Betrieb gibt es eine Menge Arbeit und die Leute wissen nicht mehr, wie sie momentan mit der Arbeit zurechtkommen“, weiß Gottfried Straßmayr, Agrar-Bereichsleiter beim Maschinenring Pyhrn-Eisenwurzen, „Für solche Situationen gibt es Möglichkeit, schnell und unkompliziert eine Betriebshilfe in Anspruch zu nehmen.“

Engelbert Rebhandl jun. & sen., Gottfried Straßmayr, Anna Rebhandl, Matthias Gösweiner
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Engelbert Rebhandl jun. & sen., Gottfried Straßmayr, Anna Rebhandl, Matthias Gösweiner

Die Maschinenring-Betriebshilfe

Oft kommen die Betriebshelfer aus den eigenen Reihen. So auch Anna. Die 20-Jährige stammt von einem landwirtschaftlichen Betrieb in Roßleithen, ihre Eltern waren früher selbst als Betriebshelfer tätig. Anna liebt die Arbeit mit Tieren und nutzt die Zeit bis zum Studium um beim Maschinenring in der Betriebshilfe zu arbeiten. Am Hof von Engelbert Rebhandl ist sie hauptsächlich im Stall tätig: Zwei Mal am Tag melkt Anna die Milchkühe, tränkt und füttert die Kälber, mistet den Stall aus. „Der richtige Umgang mit Tieren ist in der Betriebshilfe sehr wichtig. Es ist nicht nur eine Arbeit, es ist eine Lebensaufgabe, die mit Begeisterung gemacht wird“, so Matthias Gösweiner, Agrarbetreuer beim örtlichen Maschinenring.

Gottfried Straßmayr, Betriebshelferin Anna Rebhandl und Matthias Gösweiner vom Maschinenring Pyhrn-Eisenwurzen
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Eingespieltes Team: Gottfried Straßmayr, Anna Rebhandl und Matthias Gösweiner vom Maschinenring Pyhrn-Eisenwurzen

Langweilig wäre es jedenfalls nie, meint Anna: „Man sieht relativ viel und lernt bei jedem Betrieb etwas dazu. Es ist auch natürlich eine gute Option für mich, die paar Monate finanziell zu nutzen. Und Erfahrungen mach ich auf jeden Fall.“ Oft gäbe es Situationen, die einem nahe gehen. So erinnert sich Anna an einen Betrieb, dessen junger Landwirt gesundheitlich bedingt ausfiel und der 80jährige Altbauer übernehmen musste: „Der war natürlich sehr verzweifelt, die Arbeit muss ja weitergehen. Da war ich richtig froh helfen zu können.“

„Jemanden in einer Notsituation unter die Arme zu greifen, ist eine klare Entscheidung. Anderen zu helfen, bereichert das eigene Leben oft erstaunlich.“ 

Gottfried Straßmayr, Agrasr-Bereichsleiter Maschinenring Pyhrn-Eisenwurzen

Betriebshilfe als flexible (Zu)Erwerbsmöglichkeit

Darüber hinaus bietet der Beruf Flexibilität. Oft sind es die eigenen Leute, die – zusätzlich zur eigenen Landwirtschaft – Einsätze als Betriebshelfer übernehmen. Der Maschinenring kann dabei ganz auf die Bedürfnisse der Helfer eingehen. Ob Zuerwerb oder Vollerwerb, von geringfügiger Beschäftigung bis zur ganzjährigen Vollzeitstelle. Die Profis vom Land bilden den Nachwuchs in Theorie und Praxis aus und ermöglicht auch erfahrenen Helferinnen und Helfern Weiterbildungen.

Flexibilität ist jedoch auch vom Betriebshelfer gefordert. „Es ist wichtig, dass man offen auf den Betrieb zu geht, jeder Betrieb hat seine eigenen Arbeitsbedingungen“, weiß Anna. Man müsse die Arbeit, die getan werden muss, auch sehen und aus eigener Motivation anpacken. Aber Anna ist sich sicher: „Hauptsache, man hilft zusammen und greift dem Betrieb unter die Arme.“

Mehr Infos zur Betriebshilfe beim Maschinenring

Was kostet eine Betriebshilfe?

Muss sich ein Betrieb eine Fremdarbeitskraft leisten, fallen natürlich Kosten an. Damit diese aber für den Landwirt leistbar bleiben, übernehmen die SVS (Sozialversicherungsanstalt der Selbstständigen), der Maschinenring und das Land Oberösterreich den Großteil. Der Betrieb selbst hat nur noch 20 bis 30 Prozent Selbstkostenanteil.

Wie beantragt man die Betriebshilfe?

Der erste Ansprechpartner ist der regionale Maschinenring. Der übernimmt nicht nur die rasche Vermittlung eines Betriebshelfers und die Koordination, sondern auch die Abwicklung mit der Sozialversicherungsanstalt der Selbstständigen (SVS).

Wo kann man sich als Betriebshelfer bewerben?

Der Maschinenring sucht ständig Landwirte und landwirtschaftliche Fachkräfte, die an einer Tätigkeit als Betriebshilfe interessiert sind. Für mehr Informationen zu Aufgabenbereich, Entlohnung und Anstellungsmodellen wendet man sich am besten an den örtlichen Maschinenring.

Mehr über Annas Arbeitsalltag können Sie im Kurzvideo erfahren:

Anna | Soziale Betriebshelferin beim Maschinenring

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