• 20. Februar 2020

Besseres Verständnis der Nachbarn für die Landwirtschaft

Besseres Verständnis der Nachbarn für die Landwirtschaft

Besseres Verständnis der Nachbarn für die Landwirtschaft 1024 682 Maschinenring Blog Oberösterreich

Gülle am Feld ausbringen, Staub durch Ernte, Feldarbeiten am Abend – was in der Landwirtschaft gewöhnlich ist, missfällt so manchen Nicht-Landwirten, die möglicherweise mit ihrem Grundstück auch noch an ein bewirtschaftetes Feld eines Bauern angrenzen. Der Hof von Fam. Naschberger liegt in Gampern direkt im Ortskern. Durch das in den letzten Jahren entstandene Siedlungsgebiet, welches an die Felder der Familie grenzt, wurde die Sicherheit in der Erntezeit zum Thema. Und damit es im Laufe der Jahre gar nicht erst zu unzufriedenen Nachbarn kommt, haben sich die Vollerwerbsbauern etwas einfallen lassen: über eine WhatsApp Gruppe versorgen sie ihre Nachbarn mit wichtigen Infos. Wir wollten mehr darüber wissen und haben sie zum Interview gebeten.

Wie kam es zur Gründung dieser Gruppe?

Vor ein paar Jahren haben wir in der Zeitung über eine solche „Initiative“ gelesen. Da dachten wir, das könnte für uns auch passen. Im Herbst 2017 haben wir diese WhatsApp Gruppe gegründet. In unserem Fall ging es anfangs um die Maisernte. Zum einen das Sicherheitsthema, dass sich keine spielenden Kinder während der Ernte im Maisfeld befinden und zum anderen die Staubbelastung, weil wir wussten, dass etliche Nachbarn einen Pool besitzen. Mittlerweile geht es auch um die Sicherheit der Haustiere. Wenn wir Feldarbeiten ankündigen, gibt es Nachbarn, die ihre Haustiere im Haus behalten möchten.

Wie waren die Reaktionen?

Überschwängliche Begeisterung war zu spüren. Anfangs fügten wir alle direkt an das Feld angrenzenden Nachbarn zur Gruppe hinzu. Mit der Zeit meldeten sich immer mehr, die auch diese Infos erhalten wollten. Mittlerweile versorgen wir 17 Haushalte mit unseren Informationen, ein paar davon per SMS. Als 2018 dann die Gülle-Saison startete, nutzten wir die bestehende Gruppe gleich, um den Nachbarn vor der Gülleausbringung Bescheid zu geben. Die Leute sind unheimlich dankbar für unsere angekündigten Arbeiten. Wobei wir immer versuchen Rücksicht zu nehmen und z. B. die Gülleausbringung, an Nachmittagen mit perfektem Grillwetter, vermeiden. Es lässt sich in der Landwirtschaft natürlich nicht immer alles planen. Am wichtigsten ist halt, dass die Leute es wissen, bevor sie in die Arbeit fahren, um ggf. Maßnahmen treffen zu können. Wenn es notwendig ist, kurzfristig Arbeiten durchzuführen, bekommen wir – dank unserer Vorab-Info – Verständnis dafür.

Gab es etwas, womit ihr nicht gerechnet habt?

Das positive Echo war für uns sehr überraschend. Seit Bestehen dieser Gruppe haben wir natürlich mit mehreren Leuten im Dorf und der neuen Siedlung zu tun. Wir wissen nicht, ob die Gruppe was damit zu tun hat, aber wir haben seit einiger Zeit unheimlich viele Milchkundschaften. Wir verkaufen auch Christbäume für’s ganze Dorf, die gerne angenommen werden. Natürlich spielt auch die Lage unseres Hofes dabei eine wesentliche Rolle, aber der Umgang mit den Anrainern ist hier auch ein Schlüssel zum Erfolg.

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