• 18. Mai 2019

Engerlinge – versteckte Schädlinge im Garten

Engerlinge – versteckte Schädlinge im Garten

Engerlinge – versteckte Schädlinge im Garten 1024 576 Maschinenring Blog Oberösterreich

Als Engerlinge werden die Larven bestimmter Käferarten aus der Familie der Blatthornkäfer bezeichnet. Für die Grünflächen sind speziell der Maikäfer, der Junikäfer und der Gartenlaubkäfer als schädlich zu erachten. Die Larven zeichnen sich alle durcheinen weißlich gelben und c-förmig gekrümmten Körper aus und sind zwischen 1,50 cm und 3,50 cm groß. Die Verwechslungsgefahr ist groß und nur durch genaueres betrachten ihres Hinterendes lassen sie sich unterscheiden. Die Bestimmung, um welchen Engerling es sich handelt, ist durchaus für die Wahl der passenden Bekämpfungsmaßnahme entscheidend.

Die Lebensweise

Der Maikäfer weist einen dreijährigen Entwicklungszyklus auf. Hingegen überwintern die Larven des Junikäfers und des Gartenlaubkäfers zumeist nur zwei Perioden im Boden, bevor sie wieder fliegen. Das Klima spielt hierbei eine große Rolle – Abhängig von Witterungsverhältnissen kann es zu Abweichungen kommen. Je trockener und wärmer, umso intensiver die Flugtätigkeit. Vom Frühjahr bis zum Frühsommer fliegen die erwachsenen Käfer und nehmen ihre Fraßtätigkeit vorrangig an Bäumen auf und beginnen sich zu paaren. Für die anschließende Eiablage bevorzugen die Weibchen offene Böden mit hoher Wärmeabstrahlung. Nach drei bis fünf Wochen schlüpfen die Engerlinge und beginnen an den Pflanzenwurzeln zu fressen. Mit abnehmender Temperatur im Herbst, ziehen sie sich in tiefere Bodenschichten (bis zu 60 cm) zurück und überwintern dort. Im Frühling (April/Mai) des nächsten Jahres kommen sie mit zunehmender Bodentemperatur nach oben um weiter zu fressen. Während der Vegetationsperiode hält sich der überwiegende Teil der Engerlinge in den oberen 10 cm des Bodens auf. Sie leben je nach Art und Witterung zwischen zwei und drei Jahre unter der Erde, ehe sie sich verpuppen und als erwachsene Käfer im Frühjahr erscheinen. Die Flugzeit beginnt und der Zyklus schließt sich.

Wie erkennen Sie einen Engerlingsbefall?

Ein Engerlingsbefall im Garten zeichnet sich ab, wenn das Gras großflächig abstirbt und braune Flecken im Rasen ersichtlich sind. Die Grasnarbe der betroffenen Flächen kann meist ohne Mühe abgezogen werden bzw. lässt sich der Rasen zum Teil wie ein Teppich aufrollen. Direkt unter der Oberfläche befinden sich die Engerlinge. Vor allem nach einem starken Regenfall, wenn der Boden besonders weich ist, zeigen sie sich gern an der Oberfläche des Bodens und sind leicht auffindbar.

Mit diesen Methoden bekämpfen Sie den Schädling:

Für einen nachhaltigen Erfolg, ist eine wiederholte mechanische Bodenbearbeitung (z.B. mehrmaliges Fräsen der Rasenflächen) inkl. einer Neuansaat notwendig. Die Engerlinge werden dadurch an die Oberfläche befördert und von der UV-Strahlung bzw. aufgrund der Schlag- und Quetschwirkung getötet. Die optimale Bekämpfungszeit ist von Anfang Juni bis Ende August. Auch biologische Maßnahmen wie zum Beispiel der Einsatz von Nematoden (parasitische Fadenwürmer) trägt zur Dezimierung der Larven bei. Für den Erfolg ist bei dieser Methode eine Artbestimmung der Engerlinge notwendig, damit die entsprechenden Nematoden eingesetzt werden können. Die Würmer, die über das Gießwasser ausgebracht werden, befallen den Engerling und bringen ihn zum Absterben.

So schützen Sie Ihren Garten:

Die Käfer suchen während der Hauptflugzeit im Mai nach geeigneten Ablageplätzen für die Eier. Durch die Hinderung der Eiablage im Garten kann einem Engerlingsbefall vorgebeugt werden. Vermeiden Sie die nächtliche Beleuchtung im Garten, da die Käfer von Lichtquellen in der Dunkelheit angezogen werden. Zu häufiges Rasenmähen sollte in dieser Zeit ebenfalls unterlassen werden. Sorgen Sie für eine dichte, geschlossene Rasendecke und lassen Sie den Rasen ruhig etwas länger wachsen. Umso gesünder und dichter der Rasen ist, desto unattraktiver ist die Fläche für die Eiablage. Außerdem ist es hilfreich, wenn natürliche Feinde wie zum Beispiel Vögel, Maulwürfe, Igel, Spitzmäuse und Fledermäuse im Garten beheimatet sind. Diese Tiere haben eine Vorliebe für die saftigen Larven und durchgraben auf der Futtersuche häufig den Boden.

Unsere Tipps:

  1. Die mechanische Bekämpfung immer bei möglichst intensiver Sonneneinstrahlung durchführen.
  2. Verzichten Sie auf chemische Bekämpfungsmittel – diese sind nicht zu empfehlen.
  3. Gemüsevliesnetze verhindern die Eiablage der Käfer in den Boden der Pflanzbeete.

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