• 11. August 2017

Agieren mit ökologischem Fingerspitzengefühl

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Agieren mit ökologischem Fingerspitzengefühl

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312 Wasservogel-Arten und bis zu 250.000 einheimische Vögel leben in den geschützten Altwassern und Auwäldern an der Grenze zwischen Niederbayern und Oberösterreich. Auf ihrem Weg nach Süden passieren jedes Jahr abertausende Zugvögel aus ganz Europa das 5500 Hektar große Europareservat Unterer Inn. Sogar Flamingos machen Rast in dem Naturschutzgebiet, das sich auf einer Länge von 55 Kilometer von der Salzachmündung bis kurz vor Passau erstreckt.

Gerade in dieser ökologisch sensiblen Region ist die Erhaltung und Pflege der Rückstaugebiete sowie die Entwässerung des Hinterlandes von enormer Bedeutung für das natürliche Gleichgewicht und den Hochwasserschutz. Dazu braucht man die nötige Erfahrung, aber auch die geeigneten Spezial-Einsatzgeräte.
Genau hier kommt der Maschinenring ins Spiel: „Wir pflegen die Uferzonen und Feuchtgebiete mit unserem speziell dafür entwickelten Amphibienfahrzeug vom Wasser aus, daher vermeiden wir Zerstörungen auf Landgebieten“, so Ing. Günter Hasiweder, Geschäftsführer Maschinenring Braunau.

Auftraggeber sind hauptsächlich die Kraftwerke am Inn, Badeseen im Naturschutzgebiet bis Bayern, aber auch das Land Salzburg mit einem großen Pflegeauftrag am Mattsee. Hier wurden z. B. die Seezuflüsse von Staumaterial befreit, Entwässerungsgräben gereinigt sowie das Schilf an den Uferzonen zurückgeschnitten. Die Beseitigung von Verkrautungen und Zuwuchs mit Wasserpflanzen dient auch der Sauerstoffzufuhr im Wasser. Diese Pflegemaßnahmen wurden über eine Kooperation mit dem Maschinenring Flachgau durchgeführt.

„In meiner zusätzlichen Funktion als Bürgermeister von Mining am Inn bin ich ständig mit den Herausforderungen des Naturschutzes im angrenzenden Inngebiet konfrontiert. Das schärft natürlich den Blick, schonende Pflegemaßnahmen bestmöglich im Einklang mit der Natur und den Anforderungen der Kunden zu erbringen“,  so Hasiweder.

„Wir vertrauen auf Sensibilität und Fachwissen des Maschinenrings“
Pflegeaufträge direkt im Naturschutzgebiet können Aufgrund der Brutzeit der Wasservögel nur im Zeitrahmen von Mitte September bis März durchgeführt werden: „Wir vertrauen da voll und ganz auf die langjährige Erfahrung des Maschinenringes und können uns auf eine sensible Abwicklung der Pflege mit Rücksichtnahme auf das einzigartige Europareservat Unterer Inn verlassen“, so der Leiter des E.on Bauhofes Michael Stephan. Hervorzuheben ist auch, dass durch die Pflege mit dem Amphibienfahrzeug keine Schüttungen von Zufahrten zu den Wasserbereichen nötig sind. Die Erhaltung von Pufferzonen zwischen Gewässern und angrenzenden Nutzflächen kann lärm- und störungsfrei umgesetzt werden.

Das MR-Amphibienmähboot im Einsatz

Das CONVER Amphibienfahrzeug ist für Maschinenring-Service speziell im Großraum Braunau bis Bayern im Einsatz. Die natürlichen Badeseen können mit Rücksichtnahme auf die Badegäste das ganze Jahr hindurch betreut werden und so dauerhaft gute Wasserqualität bieten. Die Spezialmaschine kommt aus Holland und wurde speziell für Mäharbeiten von Uferzonen, aber auch Baggerarbeiten im Wasser und am Ufer konstruiert. Im Wasser wird das Gerät mit doppelten hydraulisch angetriebenen Schiffsschrauben, am Ufer mit seinen 375 mm breiten Gummiketten betrieben. Je nach Boden kann sich die Maschine auf einer Steigung von bis zu 30 ° bewegen. Load-Sensing im Bereich der Hydraulik-Pumpe und Ventile sorgt für eine effiziente Nutzung der Motorleistung. Das System wird von einem luftgekühlten 4-Zylinder Deutz Dieselmotor mit 115 PS angetrieben. Besonders wichtig: es wird nur biologisch abbaubares Hydrauliköl verwendet.

„Früher haben wir wochenlang Gräben und Entwässerungsrinnen händisch gesäubert, eine unglaublich aufwendige und körperlich anstrengende Arbeit“, erzählt Josef Hartl, selbst Landwirt mit einem Bio-Mastbetrieb und Ankäufer des Amphibienbootes für den Maschinenring. „Die Arbeitsschnelligkeit und die Erreichbarkeit der Einsatzstellen hat sich enorm gesteigert, kein Vergleich zur manuellen Pflegeerledigung“, ist „Pepi“ Hartl stolz auf sein neues Spezialboot. Und Werner Gmailbauer, Geschäftsführer MR Ober dem Weilhart ergänzt: „Aus meiner Sicht das perfekte Geräte für Pflegearbeiten im Wasser und entlang schwer zugänglicher Uferbereiche mit einer Vielzahl an Geräteanbaumöglichkeiten.“

Optimale Kombination der Arbeitsbereiche

Um möglichst vielseitige und flexible Pflegemaßnahmen umzusetzen, besitzt das Amphibienboot die Möglichkeit, die Arbeitsgeräte modular zu wechseln:

  • Mähbalken Unterwasser mit bis zu 2 m Arbeitstiefe
  • Schleppsense mit 3 m Arbeitsbreite, Tiefenvariabel
  • Baggerlöffel zum Baggern im Wasser oder im Bereich von Uferzonen
  • Schlammpumpe
  • Seitenmähbalken (Uferzonen, Schilfgürtel)
  • Pfahlramme (für Stegbau etc.)

„In Kombination mit unserem Schreitbagger erreichen wir so ohne Flurschäden selbst die unzugänglichsten Stellen für unsere Pflegearbeiten. Da staunen oft sogar unsere Kunden…“ so Geschäftsführer Hasiweder. Und die Zufriedenheit der Kunden ist genauso sensibel zu pflegen wie der Naturschutz selbst.

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