• 4. August 2017

FÜR und WIDER des Umgrabens im Gemüsegarten im Herbst

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FÜR und WIDER des Umgrabens im Gemüsegarten im Herbst

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Das Umgraben eines Gemüsegartens galt lange Zeit als Pflichtprogramm eines jeden Hobbygärtners. Was geschieht dabei? Die obere Bodenschicht wird gewendet, gelockert, Pflanzenreste werden im Boden nach unten befördert. Ignoriert wird hierbei jedoch das Bodenlebewesen. In einem Liter Boden befinden sich an die zehn Milliarden Lebewesen! Dabei besteht das Bodenleben aus verschiedensten Organismen vom kleinsten Bakterium über Einzeller, Algen, Strahlenpilze, Milben, Insekten bis hin zum Regenwurm und Maulwurf. Jedes dieser Lebewesen ist auf individuelle Bedingungen angewiesen, die nur in ganz bestimmten Bodentiefen vorhanden sind. Durch das Umgraben wird das Bodenleben durcheinandergewirbelt, viele der Lebewesen sterben aufgrund fehlenden Sauerstoffs oder Trockenheit ab und Stoffwechselprozesse, die für das Wachstum der Pflanzen von Bedeutung sind, kommen zum Erliegen. Bis sich das Bodenleben erholt hat, vergeht wertvolle Zeit, in der die Pflanzen nicht optimal versorgt werden können. Des Weiteren gelangen durch das Umgraben Unkrautsamen an die Oberfläche, die viele Jahre in größeren Bodentiefen überdauert haben. Sie keimen in der Regel sehr schnell und bedecken den Gemüsegarten im Frühjahr. Alternativ zum Umgraben können Sie im Herbst den Gemüsegarten mit einer Mulchschicht aus Herbstlaub, halbreifem Kompost oder Ernteresten abdecken. Das schützt vor großen Temperaturschwankungen, hält die Feuchtigkeit im Boden und verhindert übermäßigen Unkrautwuchs.

Im Frühjahr ca. 2 –3 Wochen vor der Aussaat entfernen Sie die Mulchschicht und arbeiten den Boden mit einem Grubber sorgfältig durch. Im Anschluss reichern Sie den Boden mit reifem Kompost an. Vor der Aussaat lockern Sie die Beete noch einmal mit einem Rechen, arbeiten den Kompost ein und schaffen somit ein feinkrümeliges Saatbeet. Bei schweren Böden wie Lehm oder Ton ist das Umgraben jedoch sinnvoll. Hier können Sie nur in Verbindung mit einer konsequenten Kompostwirtschaft Erfolge beim Gemüseanbau erzielen. Diese Böden graben Sie bereits im Herbst um, damit der Frost die groben Erdschollen zerkleinert und die Luft im Boden erhöht.

 

 

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