• 1. August 2017

Die Natur fest im Griff

Maschinenring Blog Oberösterreich | blogooe.maschinenring.at

Die Natur fest im Griff

1024 576 Maschinenring Blog Oberösterreich

Überall wo Wildbäche zur Gefahrenquelle werden können, ist eine Feststellung der Gefahrenpotenziale und etwaiger Übelstände wichtig. Damit können Gemeinden die nötigen Präventiv-Maßnahmen setzen.

Laut Forstgesetz 1975 – § 101, Abs.6 ist jede Gemeinde, durch deren Gebiet ein Wildbach fließt, verpflichtet, diesen samt Zuflüssen jährlich mindestens einmal begehen zu lassen. Durch das Beobachten und Kontrollieren von Wildbächen können Übelstände wie Verklausungen und umgestürzte Bäume erkannt und beseitigt werden, bevor sie Überschwemmungen verursachen. Somit können negative Auswirkungen und Schäden minimiert oder sogar verhindert werden. Der Maschinenring bietet die Dienstleistung der Wildbachbegehung sowie die Erstellung eines Wildbachbegehungsberichtes nach dem Forstgesetz 1975 an.

Die Mitarbeiter in diesem Bereich sind nach den Richtlinien des ÖWAV (Österreichischer Wasser und Abfallwirtschaftsverband) zu Wildbachaufsehern ausgebildet. Die Begehung der Wildbäche findet somit unter fachlicher Kompetenz sowie mit größter Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein statt. Derzeit sind beim Maschinenring Oberösterreich drei Mitarbeiter als Widlbachaufseher im Auftrag der Gemeinden unterwegs. Eine dieser Gemeinden ist Weyregg am Attersee. Für Martina Gruber, zuständig für das Bauwesen, ist die regelmäßige Kontrolle der Wildbäche und Gräben im Gemeindegebiet unerlässlich. Schließlich geht es neben der Vorbeugung zu Überschwemmungen oder Bachausbrüchen auch um die öffentliche Sicherheit im Siedlungsgebiet.

Sicherheit im Gemeindegebiet durch Monitoring

Im Gemeindeamt erfolgt gemeinsam mit Karoline Fürst, Leitung Naturgefahrenmanagement MR OÖ, sowie Wildbachaufseher Gunter Kretz vom Maschinenring Vöcklabruck eine Lagebesprechung zum Ablauf der einzelnen Begehungen und der orthografischen Details. Gemäß dem vorbeugenden Monitoring werden die Wildbäche im Gemeindegebiet abgegangen und kontrolliert. Dadurch können Verklausungen vermieden werden oder in das Bachbett gestürzte Bäume beseitigt werden, bevor es zu einer Überschwemmung kommt. Begonnen wird mit dem Miesenbach, der nun seit zwei Jahren wieder genau kontrolliert werden soll. Gutes Schuhwerk und die Ausrüstung mit Tablet und GPS-Gerät sind selbstverständlich. Gunter Kretz erzählt, dass kleinere Gefahrenursachen oft gleich im Zuge der Begehung mitbeseitigt werden können. Er hat in diesem Gebiet schon Erfahrung, da er für die angrenzende Gemeinde Steinbach bereits drei Tage lang als Wildbachaufseher unterwegs war.

Begehungsprotokoll schafft Überblick

Unter Begleitung von Martina Gruber wird die Begehung des Miesenbaches gestartet. Erfasst werden die Begehungsdaten mit einem GPS-Gerät. Festgestellte Übelstände und Gefahrenpotenziale werden inklusive georeferenzierter Fotos digital erfasst und dokumentiert. Das ist nicht nur für Vorbeugemaßnahmen von Bedeutung, sondern auch im Falle eines Schadens. Hier muss die Gemeinde eindeutige Nachweise liefern, aller vertretbaren Maßnahmen gesetzt zu haben, um mögliche Gefahren abzuwenden (Prävention, Flächenwirtschaft, Schutzmaßnahme). „Die genaue Verortung ermöglicht es den Gemeinden, den Grundbesitzer zu informieren bzw. selbst Maßnahmen auf gemeindeeigenem Gebiet zu setzen“, erklärt Karoline Fürst.

Autorisierte Gefahrenbeseitigung

Im Portfolio des Maschinenring-Naturgefahrenmanagement sind auch die Beseitigung von Übelständen sowie die Pflege von Bachläufen und Böschungen. Mittels Einsatz modernster Technik können auch schwer zugängliche Bereiche von Wildbächen vor Verklausungen gesäubert werden. Dies ist manuell mittels Motorsäge bzw. maschinell mit Traktorwinde oder Seilkran möglich. Die gut ausgebildeten Fachkräfte des Maschinenrings kennen die Gegebenheiten der Region und sind im Bedarfsfall auch kurzfristig verfügbar, beispielsweise zur Beseitigung von Schäden nach Unwetterereignissen.

So wie die Gemeinde Weyregg greifen immer mehr Gemeinden auf die Unterstützung des Maschinenringes und seiner Wildbachprofis zurück. Durch das vorausschauende Monitoring sowie die rasche Beseitigung von Gefahrenquellen durch den MR wird bestmögliche Sicherheit auch bei Unwettern und Naturereignissen gewährleistet.

„Wir unterstützen mit Naturgefahrenmanagement Gemeinden bei der Prävention und auch nach Naturereignissen“

Karoline Fürst

Pin It on Pinterest

Share This